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Sehr geehrtes Publikum,

Sehr geehrtes Publikum,



Pit Holzwarth

 

ich träume von einer Welt, in der jeder Mensch die Chance hat, seinen Weg zur Kunst und zum Theater zu finden. Kultur ist Menschenrecht und ermöglicht dem Menschen den Weg aus den Zwängen der Notwendigkeit in die Sphäre der Freiheit und Selbst bestimmung. Die Teilhabe an Kunst und Kultur macht den Menschen mündig, konflikt bereit, schützt ihn vor Unterdrückung und gibt dem Einzelnen in dieser hochkomplexen Welt die Kraft zum Überleben. Ich träume von einer Stadt, in der alle Menschen die Chance haben, ihr Leben in diesem kulturellen Sinn frei und unabhängig zu gestalten. Ich träume davon, dass Eltern und Schulen unsere Kinder entsprechend anregen und die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Ich träume auch davon, dass unser Theater endlich eine mehrjährige Planungssicherheit bekommt, um diesen kulturellen Auftrag weiter auf höchstem Niveau erfüllen zu können und nicht jedes Jahr vor schmerzhaften Einschnitten und Kürzungen zu stehen. Ich träume von selbstbewussten Politikerinnen und Politikern, die offensiv und engagiert das Theater als unverzichtbar für das Gemeinwesen Lübecks anerkennen und fördern. Kulturpolitik ist immer auch Klimapolitik in einer Stadt. Und ich träume von Bürgerinnen und Bürgern, die erkennen, dass, wenn in der Kultur- und Bildungspolitik nicht rechtzeitig Zukunftsweichen gestellt werden, zukünftig digital verwahrloste und kulturell heimatlose Generationen heranwachsen, denen dieser imaginäre Geborgenheitsraum abhandenkommen wird. Ich träume von Theaterleuten, die zeitgemäße Fragen und Konflikte aufwerfen, Menschen mit möglichen Antworten herausfordern, Tragisches, Komisches und vielleicht auch Abstoßendes formulieren und Schönheit kreieren, weil sie den Dingen auf den Grund gehen und formulieren, wo sich Menschen zuhause und wo sie sich fremd fühlen. Und natürlich träumt das Team des Schauspiels davon, dass wir unser Publikum mit unserem neuen Spielplan thematisch wie ästhetisch begeistern. Wir haben davon geträumt, dass die Kulturstiftung des Bundes das Theater Lübeck mit dem Doppelpass- Fond fördert. Ich freue mich, dass dieser Traum in Erfüllung geht. So kooperiert das Schauspiel mit dem freien Tanztheater backsteinhaus produktion und dem Theater Rampe Stuttgart. Die israelische Autorin Sivan Ben Yishai wird für dieses spartenübergreifende, stadtbezogene Theaterprojekt die Uraufführung »Das Prinzip Nosferatu oder Tanz der Vampir*innen« schreiben - nach dem gleichnamigen Stummfilmklassiker von Murnau, der zu großen Teilen in Lübeck gedreht wurde.

 

Neue Schritte erfordern Risikobereitschaft, Mut und Vertrauen - in unserem neuen Spielplan werden Sie klassische Dramen neben Romanadaptionen und Filmdrehbüchern finden, eine Uraufführung und mit »Istanbul« einen bezaubernden musikalischen Abend mit Liedern der türkischen Sängerin Sezen Aksu.

 

Mein Team und ich wünschen uns, dass Sie so zahlreich und neugierig bei uns erscheinen wie in der letzten Spielzeit. Mein Dank geht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theater Lübeck, die durch ihr großes Engagement den Erfolg des Hauses ermöglichen.

 

 

 

Ihr

Pit Holzwarth

Schauspieldirektor