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Hänsel und Gretel

»Die Spielfreude war [...] groß, und selten hat man ein so überzeugendes Zusammenwirken des Besenbinders uns seines Weibes gesehen, vom Zorn über bis zur Sorge um die Kinder. [...] Musikalisch bewegte sich der Abend auf hohem Niveau, denn das Philharmonische Orchester des Hansestadt Lübeck erwies sich als ausgezeichneter Klangkörper, der [...] schon ab der Ouverture in den rein instrumentalen Momenten aufhorchen ließ, weil er die Wagner nacheifernde Dichte des Klanges mit gleichzeitiger Transparenz zu verbinden wusste. Als interessanteste Stimme des Abends erwies sich der dunkle, weiche Mezzo der Polin Wioletta Hebrowska, die als Hänsel auch in ihrer burschikosen Körpersprache bewundernswert war. Aber auch die Gretel Andrea Stadel bezauberte mit ihrem klangvollen Sopran und temperamentvollen Spiel. Als Mutter Gertrud beeindruckte die Amerikanerin Rebecca Teem mit dramatischen Tönen [...]. Ihnen allen, sowie der Knusperhexe des Charaktertenors Michael Gniffke, ist hohe Wortdeutlichkeit zu bescheinigen, angesichts der vielen Kinder im Haus besonders wichtig. [...] Der Kinder- und Jugendchor Vocalino unter Gudrun Schröder sang ausdrucksvoll und präzise; dazu gesellte sich der Extrachor des Theaters Lübeck.«

(Der Opernfreund)  

 

 

 

»Wioletta Hebrowska (Hänsel) und Andrea Stadel (Gretel) gelingt es gut, die vielen Facetten ihrer kindlichen Charaktere darzustellen. [...] Antonio Yang und Veronika Waldner agieren in den Rollen der Eltern glaubwürdig. Die Wut der Mutter, die Freude des Vaters und die gemeinsame Sorge um die Kinder wirken natürlich. Waldners Spitzentöne sind markerschütternd, und Yangs Artikulation ist überaus deutlich. Das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck unter der Leitung von Philippe Bach ist für diesen Abend besonders zu loben für seine stimmungsvolle Wiedergabe der Musik, angefangen beim Vorspiel zum ersten Akt. Der Auftritt des Kinder- und Jugendchors Vocalino war der musikalische Höhepunkt der Aufführung. Die Erwartungen der Zuschauer wurden erfüllt durch eine runde malerische Inszenierung. Man bedankte sich mit tosendem Applaus für einen schönen Abend.«

(Operapoint)

 

 

 

»Die Philharmoniker zeigten sich so spielfreudig wie Regisseur Herbert Adler die Szene belebte. Ungekünstelt besteht das Geschwisterpaar seine Abenteuer, menschlich agieren die Eltern, komisch saust sie Hexe durch die Bäume - nur die Engel bleiben bei allem feinen Naturalismus märchenhaftes Kunsthandwerk. Ausstatter Thomas Döll leistet dem Vorschub mit opulenter Hochwald-Kulisse wie zu Uropas Zeiten und einem Lebkuchenhaus zum Reinbeißen. Das schafft eine wirklich zauberhafte Atmosphäre, und wenn Blitze hineinfunken und Nebel wallen, sind Wunder nicht mehr fern. Wir mögen Humperdincks Hänsel und Gretel gerade so wie Döll und der Praktiker Adler sie hier realisieren, sagte sich das Publikum. Und Jung und Alt applaudiert begeistert. Als Tüpfelchen auf dem i bietet Lübecks Theater geradezu eine Luxusbesetzung auf. Antonio Yang als Besenbinder Peter und Veronika Waldner als sein Weib Gertrud schöpfen aus dem Vollen ihrer großen Stimmen. Patrick Busert mimt eine kunterbunte Knusperhexe, die nur die Geschwister (zunächst) das Gruseln lehrt und dabei keine tenorale Höhe fürchten muss. Alle überragt der eingelöste vokale Anspruch und die ungezwungene Bühnenpräsenz von Andrea Stadel (Gretel) und zumal Wioletta Hebrowska (Hänsel) - diese Figuren leben. Auch der Nachwuchs besteht seine Prüfungen als Sandmännchen (Eunshil Jung) und Taumännchen (Agnieszka Sokolnicka). Kinder-, Jugend- und Extrachor haben Gudrun Schröder und Joseph Feigl sorgfältig präpariert.«

(Kieler Nachrichten)

 

 

 

»Ein wunderbarer Wald, eine ärmliche Hütte, ein überaus appetitliches Knusperhäuschen, dazu Darsteller, die wirklich aussehen wie arme Schlucker oder böse Hexen: Lübecks ›Hänsel und Gretel‹ ist eine traditionelle Inszenierung im besten Sinne. Diese Inszenierung, die sich vom Bühnenbild her an der Uraufführung von 1893 orientiert, ist aber auch zielgruppengerecht. Sie ist ausgerichtet auf Kinder, die im Theater das Staunen lernen können, und auf Erwachsene, die sich die Fähigkeit zum Staunen erhalten haben. [...] Illusionstheater in einer traumhaften Szenerie, in der Herbert Adler sein Personal sicher und seriös führt, bis hin zum sehr gut singenden und spielenden Kinderchor Vocalino des Theaters und der Musik- und Kunstschule. Ein Fest für die Augen ist diese Inszenierung in jedem Fall. Aber auch musikalisch bietet diese Produktion einiges. Eine veritable Wagner-Besetzung steht auf der Bühne: Antonio Yang, der gefeierte Alberich aus dem ›Ring‹, gibt den Vater von Hänsel und Gretel, Veronika Waldner - Wotans kiebige Gemahlin Fricka - die Mutter der armen Kinder. Andrea Stadel mit ihrer glockenreinen Stimme und ihrer Beweglichkeit ist eine herausragend gute Gretel, Wioletta Hebrowska steht ihr als Hänsel in nichts nach. Ein liebenswertes Paar, stimmlich stets auf der Höhe und darstellerisch höchst präsent. Patrick Busert gab die böse Hexe sehr überzeugend.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Optisch ein Fest, akustisch eine Freude. Herbert Adler (Inszenierung) und Thomas Döll (Ausstattung) machen keine modernistischen Experimente: Wie in einem Bilderbuch öffnet sich dem Publikum die Märchenwelt. Große Zuschauer staunen über die Fülle der Details, kleinere werden förmlich hinein gesogen in die Geschichte der Geschwister. Das appetitliche Knusperhaus im dritten Bild und vor allem Patrick Busert als himmlisch hässliche Hexe kehrt das Augenzwinkernde dieses Stückes hervor: Die Geschichte ist ernst und gruselig, will dieses Zwinkern sagen, aber das Happyend ist gewiss.«

(shz)

 

 

 

»Das Theater Lübeck tat gut daran, Märchen und Musik aus sich selbst heraus wirken zu lassen. Die Inszenierung von Herbert Adler [...] vermied dabei alles Überflüssige. [...] Zum Ereignis wurde die Inszenierung [...] durch die Stimmen und das lebhafte Agieren aller. Peter und Gertrud, das Besenbinder-Elternpaar, sangen Veronika Waldner und Antonio Yang. Ihre großen, wohlklingenden Opernstimmen füllten mühelos die Bühne und waren, besonders wichtig für eine Aufführung, die junge Zuhörer erreichen soll, von sehr guter Textverständlichkeit. Gleiches galt auch für Andrea Stadel, mit ihrem hellen, beweglichen Sopran als Gretel und Wioletta Hebrowska mit ihrem etwas dunkler timbrierten Mezzo als Hänsel. Schlicht und doch klangschön gestalteten sie die Volkslieder und fanden zu erstaunlich poetischer Einheit beim ›Abendsegen‹. [...] Die mit großem Beifall aufgenommene Inszenierung wird sicher über viele Jahre Erfolg haben.«

(Lübeckische Blätter)