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Hänsel und Gretel

»Die Spielfreude war [...] groß, und selten hat man ein so überzeugendes Zusammenwirken des Besenbinders und seines Weibes gesehen, vom Zorn [...] bis zur Sorge um die Kinder. [...] Musikalisch bewegte sich der Abend auf hohem Niveau, denn das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck erwies sich als ausgezeichneter Klangkörper, der [...] schon ab der Ouverture in den rein instrumentalen Momenten aufhorchen ließ, weil er die Wagner nacheifernde Dichte des Klanges mit gleichzeitiger Transparenz zu verbinden wusste. Als interessanteste Stimme des Abends erwies sich der dunkle, weiche Mezzo der Polin Wioletta Hebrowska, die als Hänsel auch in ihrer burschikosen Körpersprache bewundernswert war. Aber auch die Gretel Andrea Stadel bezauberte mit ihrem klangvollen Sopran und temperamentvollen Spiel. Als Mutter Gertrud beeindruckte die Amerikanerin Rebecca Teem mit dramatischen Tönen [...]. Ihnen allen, sowie der Knusperhexe des Charaktertenors Michael Gniffke, ist hohe Wortdeutlichkeit zu bescheinigen, angesichts der vielen Kinder im Haus besonders wichtig. [...] Der Kinder- und Jugendchor Vocalino unter Gudrun Schröder sang ausdrucksvoll und präzise; dazu gesellte sich der Extrachor des Theaters Lübeck.«

(Der Opernfreund)

 

 

 

»Die Philharmoniker zeigten sich so spielfreudig wie Regisseur Herbert Adler die Szene belebte. Ungekünstelt besteht das Geschwisterpaar seine Abenteuer, menschlich agieren die Eltern, komisch saust sie Hexe durch die Bäume - nur die Engel bleiben bei allem feinen Naturalismus märchenhaftes Kunsthandwerk. Ausstatter Thomas Döll leistet dem Vorschub mit opulenter Hochwald-Kulisse wie zu Uropas Zeiten und einem Lebkuchenhaus zum Reinbeißen. Das schafft eine wirklich zauberhafte Atmosphäre, und wenn Blitze hineinfunken und Nebel wallen, sind Wunder nicht mehr fern. Wir mögen Humperdincks Hänsel und Gretel gerade so wie Döll und der Praktiker Adler sie hier realisieren, sagte sich das Publikum. Und Jung und Alt applaudiert begeistert. Als Tüpfelchen auf dem i bietet Lübecks Theater geradezu eine Luxusbesetzung auf.«

(Kieler Nachrichten)

 

 

 

»Ein wunderbarer Wald, eine ärmliche Hütte, ein überaus appetitliches Knusperhäuschen, dazu Darsteller, die wirklich aussehen wie arme Schlucker oder böse Hexen: Lübecks ›Hänsel und Gretel‹ ist eine traditionelle Inszenierung im besten Sinne. Diese Inszenierung, die sich vom Bühnenbild her an der Uraufführung von 1893 orientiert, ist aber auch zielgruppengerecht. Sie ist ausgerichtet auf Kinder, die im Theater das Staunen lernen können, und auf Erwachsene, die sich die Fähigkeit zum Staunen erhalten haben. [...] Illusionstheater in einer traumhaften Szenerie, in der Herbert Adler sein Personal sicher und seriös führt, bis hin zum sehr gut singenden und spielenden Kinderchor Vocalino des Theaters und der Musik- und Kunstschule. Ein Fest für die Augen ist diese Inszenierung in jedem Fall.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Wie in einem Bilderbuch öffnet sich dem Publikum die Märchenwelt. Große Zuschauer staunen über die Fülle der Details, kleinere werden förmlich hinein gesogen in die Geschichte der Geschwister. Das appetitliche Knusperhaus im dritten Bild und vor allem […] die himmlisch hässliche Hexe kehren das Augenzwinkernde dieses Stückes hervor: Die Geschichte ist ernst und gruselig, will dieses Zwinkern sagen, aber das Happyend ist gewiss.«

(shz)

 

 

 

»Zum Ereignis wurde die Inszenierung [...] durch die Stimmen und das lebhafte Agieren aller. Schlicht und doch klangschön gestalteten sie [Wioletta Hebrowska und Andrea Stadel] die Volkslieder und fanden zu erstaunlich poetischer Einheit beim ›Abendsegen‹. [...] Die mit großem Beifall aufgenommene Inszenierung wird sicher über viele Jahre Erfolg haben.«

(Lübeckische Blätter)