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Ich distanziere mich von allem
(und jetzt gut' Nacht)
»Weißt du noch, wie wir gedacht haben, dass wir den Kosmos hören? Dass wir auserwählt sind.«
Kurz vor dem Erscheinen des zweiten Romans der aspekte-Literaturpreisträgerin und Komponistin Kat Kaufmann zeigt das Theater Lübeck die Uraufführung ihres Theatertexts »Ich distanziere mich von allem (und jetzt gut’ Nacht)« in der Inszenierung von Marie Bues.
Die Schauspielerin Rachel Behringer öffnet in diesem energischen Monolog die komische Innenwelt der Alina Schömburg, einer Frau, die sich aus ihrem Alltag ins Weltgeschehen schwingt. Mit DIY-Videos zum Thema »Wie halte ich meine Haut jung ohne Skalpell« vernetzt sie sich mit Gestalten der Gegenwart, arbeitet von Zuhause am Bildschirm.
Sie ist immer auf Sendung: Selfies überall. Kat Kaufmann schreibt rasant wie ihre Figur zwischen Selbstinszenierung und kosmischem Überblick und Überforderung schlingert. Zwischendurch klingelt das Telefon: »Nein Mama, du holst Papa jetzt nicht ans Telefon!« Die Erinnerung an das Vertraute in der eigenen Vergangenheit schleicht sich in die befremdliche Gegenwart. Freunde und Bekannte, alle versuchen in ihr zu leben, in Bildern und Mitteilungen. Es ist die Rede von Freiheit, von Auflehnung gegen Normierungen aller Art und Geschlechterzuschreibung im Besonderen. Text, Bilder und Musik vermischen sich, innen und außen – wird alles eins live im Jetzt?

Marie Bues, Regisseurin und Intendantin des Theater Rampe – dort wird die Uraufführung ebenfalls zu sehen sein –, inszeniert zum ersten Mal am Theater Lübeck, in der kommenden Spielzeit wird sie Jelineks Drama »Das Licht im Kasten« in Szene setzen.


Foto © Kerstin Schomburg


Uraufführung
17/05/17

Junges Studio
Dauer ca. 1 Stunden, 10 Minuten (keine Pause)

Inszenierung Marie Bues
Ausstattung Heike Mondschein
Musik und Video Kat Kaufmann
Dramaturgie Anja Sackarendt