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Der Bau
»Was ist mit mir geschehen?«
Was ist real? Was ist fiktives Gedankengebäude oder gar krankhafter Wahn? Und kann es eine Wahrheit der individuellen Wahrnehmung überhaupt geben? Franz Kafka, der es wie kein anderer Autor versteht, die individuellen Beklemmungen und die Ängste einer verunsicherten Gesellschaft in einem vielschichtigen rätselhaften Werk erfahrbar zu machen, präsentiert uns in seiner Erzählung »Der Bau« ein nicht genauer beschriebenes Tier-Wesen, das sich in seiner unterirdischen und festungsartig angelegten Behausung, mit einem ausgeklügelten System von Gängen und Plätzen und einem labyrinthisch ausgebauten Eingang Schutz vor imaginären oder tatsächlich bedrohlichen Feinden sucht. Mit vermeintlicher Logik und analysierendem Verstand versucht der »Bau«-Bewohner eventuell dräuende Gefahren und Eindringlinge mit fortwährenden Umbauten und taktischen Sicherheitsmaßnahmen abzuwehren. Allein das Gefühl der Bedrohung lässt nicht nach, das Bedürfnis nach Sicherheit ist nicht zu stillen – ja es wird mit zunehmender sicherheitstechnischer Anstrengung nur immer größer … Und als die Kreatur plötzlich in ihrem Bau ein unheimliches und undefinierbares Zischen ausmacht, fühlt sie sich existenziell bedroht. Was aber, wenn dieses Geräusch gar nicht von außen kommt, wenn es vielmehr im Ohr des sich bedroht fühlenden Individuums liegt?
»Es sind nicht nur die äußeren Feinde, die mich bedrohen« – dieser Satz steht symptomatisch für die alptraumhaft anmutende Welt, in der sich Kafkas Ich-Erzähler aufhält. Die Regisseurin Lucia Bihler, die am Theater Lübeck bereits mit ihrer faszinierenden Interpretation der »Bitteren Tränen der Petra von Kant« von Rainer Werner Fassbinder auf sich aufmerksam machte, betont mit ihrer Inszenierung nicht nur die Vielschichtigkeit und Doppeldeutigkeit des Kafka-Kosmos, sondern bringt auch seine Brisanz in unserer angeblich »postfaktischen« Gesellschaft zum Vorschein.


Im Verlauf der Vorstellung kommen Effekte mit Stroboskoplicht zum Einsatz. Wir bitten gefährdete Personen, sich zu schützen.


Foto © Falk von Traubenberg


Premiere
09/02/17

Junges Studio
Die nächsten Termine
So
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26/03/17
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Dauer ca. 1 Stunden, 15 Minuten (keine Pause)

Inszenierung Lucia Bihler
Bühne Paula Wellmann
Kostüme Josa Marx
Musik Jacob Suske
künstlerische Mitarbeit Sonja Laaser
Dramaturgie Katrin Aissen