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Iwanow
»Ich bin zu träge, durch die Tür zu gehen, und Sie wollen nach Amerika.«
In seinem zunächst als Komödie und dann zur Tragödie umgeschriebenen Stück »Iwanow« zeigt uns Tschechow eine Gesellschaft im Stillstand. Mit beißendem Zynismus und trauriger Komik zeichnet er in der Figur des Iwanow einen überaus egozentrischen, vereinsamten, auf seine Umwelt wenig Rücksicht nehmenden Intellektuellen, der sich selbst und seinem Glück im Weg steht und der seine Umwelt ohne böse Absicht mit in den Abgrund reißt. Die Regisseurin Lilja Rupprecht, die u. a. bereits am Deutschen Theater Berlin und am Volkstheater München inszenierte, interessiert sich bei ihrer Beschäftigung mit »Iwanow« für den größeren Kontext des Stoffes: für die erlahmte und asoziale Gesellschaft, die die Figuren des Dramas prägt und beeinflusst, und für das Anarchische und Fragmentarische dieses Tschechow-Stückes.

Iwanow ist erschöpft. Die Tage, da der Gutsbesitzer etwas verändern wollte, liegen lange zurück. Er steht vor dem Trümmerhaufen seines Lebens: Seine Frau Anna, die aus Liebe zu ihm mit ihrer jüdischen Familie gebrochen hat, ist unheilbar an Tuberkulose erkrankt, doch trotz ihrer lebensbedrohlichen Situation bringt Iwanow nicht mehr die Kraft auf, sie zu lieben. Seine finanzielle Lage ist heikel, er ist hochverschuldet und last but not least plagt er sich mit Fragen nach dem Sinn seiner Existenz. Er versteht sich und die Welt nicht mehr. Vor der häuslichen Eintönigkeit flieht er zum Gut der Lebedews, deren Tochter Sascha ihn heiß und innig liebt. Ihr offenherzig ausgesprochenes Liebesgeständnis scheint Iwanow aus seiner Lethargie aufzurütteln und zu begeistern: »Soll das der Anfang von einem neuen Leben sein. Wirklich, Schurotschka. Du mein Glück. Meine Jugend, mein Kraftquell«, gesteht er Sascha glücklich. Aber ist ein Neuanfang noch möglich? Kann Iwanow tatsächlich aus seiner Haut schlüpfen und ein »neuer Mensch« werden?

Premiere
07/04/17

Kammerspiele
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Inszenierung Lilja Rupprecht
Ausstattung Geraldine Arnold, Korbinian Schmidt
Musik Romain Frequency
Video Helena Ratka
Dramaturgie Anja Sackarendt