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»Was bin ich jetzt? Zéro. Was kann ich morgen sein? Morgen kann ich von den Toten auferstehen und ein neues Leben beginnen!«
Um das absolute Glücksversprechen kreist Mirja Biels Phantasie beim Gedanken an die Russen in Roulettenburg. Die Regisseurin (u. a. »Woyzeck«, »Amerika«) inszeniert »Der Spieler«, den Dostojewskij seiner späteren Frau Anna rauschhaft in 26 Tagen diktierte, um seine deutschen Spielschulden zu begleichen und die Rechte an seinem literarischen Werk zurückzugewinnen. Eine Gesellschaft von Träumern beschreibt er, die sich ihren überschäumenden Gefühlen hingeben, in Geltungsdrang und Gefallsucht schwelgen und sich Schicksal und Bestimmung an den Hals werfen wollen. In der Sehnsucht nach Glück und Gewinn liegt das Verlangen ein großer Mensch zu sein.

So lädt der General mit großem Gewese zum Gastmahl Moskauer Art ein und flaniert mit seiner herausgeputzten Entourage durch das deutsche Städtchen. Er lässt das Geld flattern, das vorläufig nur geliehen ist – bis die reiche Babuschka in Russland stirbt. Alle warten auf das Telegramm von ihrem Tod.

Doch den Berechnungen zum Trotz stirbt die Babuschka nicht, sondern besucht ihre dekadente Verwandtschaft in Roulettenburg. Im Kasino setzt sie nach ersten kühnen Gewinnen ihr ganzes Vermögen und die Zukunft der gefühlsverträumten Gesellschaft, ihren Rausch und Reichtum aufs Spiel. Für Alexej, der Spieler und kühle Angestellte des Generals, hingegen eröffnet das Spiel die Chance auf einen Aufstieg. Das schnelle große Geld nährt die Hoffnung ein angesehener Mensch zu sein: ein Held – für seine Angebetete Polina und alle anderen.
Dauer ca. 2 Stunden (keine Pause)

Inszenierung/Bühne Mirja Biel
Kostüme Katrin Wolfermann
Musik Sophia Kennedy
Dramaturgie Anja Sackarendt