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Der Kaufmann von Venedig
»Ich halte die Welt für das, was sie ist, eine Bühne, wo jeder eine Rolle spielen muß.«
»Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht?«, mit diesen Fragen beansprucht der Jude Shylock nicht nur die selbstverständliche Zuerkennung des Menschseins, des gleichen Status’ und des gleichen Rechts, sondern legt auch einen Finger in die eigenen Wunden: erlittene Demütigungen, Verfolgungen und seine Erfahrung des Ausgegrenztseins – beigebracht durch eine christliche Mehrheitsgesellschaft. Wie umgehen mit der Figur des Shylock, dessen Rezeptionsgeschichte – besonders in Deutschland – auch von antisemitischen Tendenzen belastet ist? Schauspieldirektor Pit Holzwarth weitet in seiner Inszenierung den Blick aufs Hier und Heute und beschreibt damit auch eine Gesellschaft, die auf dem Sprung ist, durch die Ausgrenzung anderer, durch die Angst vor Identitätsverlust und durch die scheinbare Verteidigung des Eigenen sich selbst zu verlieren.

Shakepeares Stück beginnt mit einem fatalen Handel: Weil sein innig geliebter Freund Bassanio ihn um 3000 Dukaten bittet, die dieser für seine Heiratswerbung um die schöne Porzia benötigt, sieht sich der venezianische Kaufmann Antonio gezwungen, sich selbst Geld zu leihen und landet schließlich bei dem reichen Juden Shylock. Dieser fordert, falls der Kredit nicht rechtzeitig zurückgezahlt wird, einen Teil von Antonio selbst: ein Pfund Fleisch von seinem Körper. In Erwartung, bald wieder liquide zu sein, geht Antonio den Handel ein. Aber es kommt, wie es kommen muss: Antonio kann den Kredit nicht zum festgesetzten Zeitpunkt zurückzahlen und Shylock dringt unbarmherzig auf die Einlösung seiner Zinsen – auf Antonios Herz. Antonios Untergang scheint unvermeidlich, doch Shakespeare setzt ans Ende seiner bitterbösen Komödie einen raffinierten Coup und ein – zweischneidiges – Happy-End …

Premiere
23/09/16

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Dauer 2 Stunden, 35 Minuten (eine Pause)

Inszenierung Pit Holzwarth
Ausstattung Werner Brenner
Musik Achim Gieseler
Video Katharina Spuida-Jabbouti
Dramaturgie Katrin Aissen