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Game of Crowns 2
»Was fürcht ich? Mich selbst?
Es ist sonst niemand hier:
Richard liebt Richard, das heißt, ich bin ich.«
Mit dem Tod von König Heinrich V. brechen unsichere Zeiten an: Der Thronfolger ist ein Kind, in Frankreich tobt der Hundertjährige Krieg und im eigenen Land entbrennt ein ruchloses Machtspiel. Plantagenet, Nachfahre von Richard II., fordert sein Erbrecht auf die Krone und der konfliktscheue Kinderkönig Heinrich VI., aus dem Haus Lancaster mit der roten Rose im Wappen, spricht ihm einlenkend das Herzogtum York mit der weißen Wappenrose zu. Mit den Historiendramen zu den Rosenkriegen erfindet Shakespeare um 1590 ein neues Genre, Geschichtsdaten verwebt er kunstvoll mit den Motiven der grell gezeichneten Charaktere, in patriotische Propaganda mischt sich die Warnung vor eigennützigem Machtexzess auf Kosten der Gemeinschaft. Generationen nach der Absetzung des rechtmäßigen Königs Richard II. bricht mit den Rosenkriegen ein brutaler Bürgerkrieg aus, der sich hinzieht bis zum bösartigsten aller Herrscher: dem verschlagenen, entstellten Richard III., der am Ende mit den Geistern der Ermordeten und sich selbst kämpft.

Jeanne d’Arc und Königin Margaret, verheiratet mit Heinrich VI., erstrahlen als die ersten männermordenden Frauenfiguren Shakespeares – monströs, unmoralisch, dargestellt als widernatürliche und zersetzende Kräfte. Margaret tobt, da ihr ängstlicher Gatte seinem Gegner York die Krone versprochen hat – und somit den eigenen Sohn enterbte. Sie ersticht York, nachdem sie sein Kind brutal ermorden ließ und sich am Schmerz Yorks geweidet hat. Der sinnlosen Mordlust im Kampf um die Krone versucht sich Heinrich VI. vergeblich zu entziehen: Er wird ermordet wie König Edward IV., Yorks ältester Sohn – der Täter ist dessen jüngerer Bruder: Richard III. Dieser gibt der Spirale der Gewalt einen drastischen Dreh: In einem skrupellosen Spiel der Täuschung instrumentalisiert er andere – das Morden wird zum Geschäft.

Am Anfang der Spielzeit begann Pit Holzwarth Shakespeares großes Machtspiel, Lily Sykes, in London geboren und in Lübeck bereits dank »Der Widerspenstigen Zähmung« bestens bekannt, inszeniert mit der York-Tetralogie die Fortsetzung der Historiendramen.

Uraufführung
02/04/20

Kammerspiele
Die nächsten Termine
Do
02/04/20
20.00 Uhr
Kammerspiele

So
05/04/20
18.30 Uhr
Kammerspiele

So
26/04/20
18.30 Uhr
Kammerspiele

Inszenierung Lily Sykes
Bühne Jelena Nagorni
Kostüme Ines Koehler-Klünenberg