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Engel in Amerika
»Infizier mich.«
Korruption, Sex, Machtmissbrauch, Liebe, Aids, Lebenslügen und tief sitzende Vorurteile – Tony Kushner zeichnet in seinem preisgekrönten Theaterstück ein Zeitbild der 80er-Jahre, angesiedelt in einem von konservativen Strömungen geprägten, kapitalistischen Amerika. Mit seinem prallen Figurenarsenal und einer Vielzahl an Handlungssträngen entwirft Kushner ein fein gewebtes Netz an menschlichen und beruflichen Beziehungen: Wir begegnen dem Vertreter eines korrupten Rechtssystems, dem Topanwalt Roy Cohn, der sein Vergnügen daran findet, als skrupelloser Strippenzieher hinter den politischen Kulissen Einfluss zu nehmen. Sein politischer Ziehsohn Joseph Porter Pitt teilt Roys konservative Überzeugungen und versucht – als gläubiger Mormone – seine Homosexualität zu unterdrücken. Josephs valiumsüchtige Ehefrau Harper kämpft mit Depressionen und erschafft sich in ihren Halluzinationen eine eigene Welt. Parallel dazu treffen wir auf den an Aids erkrankten Prior und seinen völlig überforderten Freund Louis – der mit Krankheit und Sterblichkeit nicht umgehen kann. Louis verlässt Prior und beginnt eine Affäre mit seinem Arbeitskollegen Joseph Porter Pitt. Tony Kushner zeigt uns Menschen im Ausnahmezustand: Jede der Figuren kämpft mit ihren inneren Dämonen. Doch auch die Metaphysik blitzt immer wieder auf: So etwa, wenn Prior im Krankenhaus seinen Vorfahren aus dem 13. und 18. Jahrhundert begegnet oder wenn ein Engel plötzlich über dem Bett von Prior schwebt … Sein vielschichtiges Stück wurde mit Preisen überhäuft – darunter der Pulitzerpreis und der Tony Award – und mit großem Erfolg in einer sechsteiligen Fernsehserie mit Al Pacino, Meryl Streep und Emma Thompson verfilmt.

Mit seiner Verquickung von Philosophie, Politik und der Thematisierung von Geschlechterrollen entwickelt Tony Kushner nicht nur eine scharfsinnige Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse der Reagan-Ära – einer Periode, die von vielen als Zeit des konservativen Backlashs und als Ursprung heutiger Ideologien angesehen wird –, sondern stößt auch eine sehr aktuelle Diskussion an: Wie gehen wir heute mit Diskriminierung, mit Geschlechter-Normierungen um?


Foto © Falk von Traubenberg


Premiere
08/11/19

Kammerspiele
Die nächsten Termine
Sa
14/12/19
20.00 Uhr
Kammerspiele

So
22/12/19
18.30 Uhr
Kammerspiele

Fr
17/01/20
20.00 Uhr
Kammerspiele

Dauer ca. 2 Stunde, 25 Minuten (eine Pause)

Inszenierung Marco Štorman
Bühne Michael Köpke
Kostüme Sara Kittelmann
Musik/Komposition Thomas Seher
Licht Georg Marburg
Dramaturgie Katrin Aissen