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Berlin Alexanderplatz
»Ohne Geld kann der Mensch nicht leben.«
Babylon Berlin – Alfred Döblin schickt Franz Biberkopf, den Protagonisten seines Romans »Berlin Alexanderplatz«, auf das harte Pflaster des brodelnden, chaotischen und von politischen Kämpfen zerrissenen Berlins Ende der 20er-Jahre. Gerade aus der Haftanstalt Tegel entlassen, ist Biberkopf überwältigt von der technologisch veränderten Welt und den auf ihn einflutenden Reizen: Werbung, quietschende Straßenbahnen, Menschenmassen, eine ungeheure Beschleunigung allerorten. Der gleichzeitig vitale und zerbrechliche Kraftprotz Biberkopf will sich eine neue Existenz aufbauen: Er will »anständig werden«. Mit großer Energie und Kämpfernatur schlägt er sich eine Zeit lang mit Gelegenheitsjobs durch. Aber es gelingt ihm einfach nicht, finanziell auf die Füße zu kommen und so wird er zum Verbrecher wider Willen. Doch auch im Ganovenmilieu geht es hart zu und nur die Schnellsten, Skrupellosesten und Gewieftesten machen ihren Weg. In einer Umgebung, die – geprägt von den prekären gesellschaftlichen Verhältnissen der Republik, vom Kampf ums Überleben, vom »Survival of the Fittest« – keinen Raum für Rücksichten lässt und durch sein naives Vertrauen auf falsche Freunde gerät Biberkopf letzten Endes wieder unter die Räder.

In seinem berühmten Großstadtroman, einem Hauptwerk der Moderne, der in einem Atemzug mit epochalen Romanen wie »Manhattan Transfer« oder »Ulysses« genannt wird, zeigt Döblin auch eine – zunehmend wieder aktuelle – Verunsicherung und Überforderung des Individuums in Zeiten von Umbrüchen. Durch seine expressive Sprache, seine Montagetechnik, seinen Stilpluralismus – vom Jargon der Werbeindustrie bis hin zu literarischen und mythischen Anspielungen und Zitaten – gibt Döblin der komplexer werdenden Welt auf faszinierende Weise auch sprachlich Gestalt. Regisseur Andreas Nathusius, der zuletzt am Theater Lübeck mit »Labor – Mutter Courage« eine brisante und heutige Auseinandersetzung mit Brechts Antikriegs-Stück auf die Bühne brachte, wird diesen vielschichtigen Roman inszenieren.


Im Verlauf der Vorstellung kommen Effekte mit Stroboskoplicht zum Einsatz. Wir bitten gefährdete Personen, sich zu schützen.


Foto © Falk von Traubenberg


Premiere
14/09/18

Großes Haus
Die nächsten Termine
Fr
14/12/18
19.30 Uhr
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Fr
21/12/18
19.30 Uhr
Großes Haus

Sa
12/01/19
19.30 Uhr
Großes Haus

Dauer ca. 3 Stunde, 20 Minuten (eine Pause)

Inszenierung Andreas Nathusius
Ausstattung Annette Breuer
Musik Felix Huber
Video Thomas Lippick
Dramaturgie Katrin Aissen