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Glaube Liebe Hoffnung
Ein kleiner Totentanz
»Ohne Glaube Liebe Hoffnung gibt es logischerweise kein Leben.«
Elisabeth will ihre eigene Leiche verkaufen, doch der Präparator im Anatomischen Institut muss sie enttäuschen. 150 Mark benötigt Elisabeth dringend, damit sie einen gültigen Wandergewerbeschein kaufen und wieder selbstständig arbeiten kann. Der Präparator fühlt sich von ihr angerührt und bietet an, ihr das Geld zu leihen.

Tatsächlich begleicht Elisabeth mit den geliehenen 150 Mark erst ihre ausstehende Geldstrafe – denn sie hatte ohne Gewerbeschein gearbeitet. Sie saß schon im Gefängnis und weiß, dass von den Zuständigen keine Gnade zu erwarten ist, ebenso wenig wie von dem enttäuschten Präparator. Wenig später begegnet Elisabeth dem verwitweten Schupo Alfons Klostermeyer, der sich wie sie nach einem glücklicheren Leben sehnt; sie verloben sich.

Es ist eine vertrackt bürokratische Welt, durch die Horváths Figuren irren und in der sie sich messen müssen – denn für alle reicht es nicht.

Der Schupo lässt Elisabeth beleidigt fallen, als er von ihren Konflikten mit dem Gesetz erfährt: Sie habe ihm alles verschwiegen! Von Hunger und Verzweiflung getrieben geht Elisabeth ins Wasser, doch ein junger Mann rühmt sich, ihr Leben zu retten.

Horváth bemerkt zu seinem »kleinen Totentanz«, er wolle den gigantischen Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft zeigen, einer Gesellschaft, die wie die unsere auseinander driftet und die Existenznöte der Armen hinnimmt.

Elisabeth steht wie ihr historisches Vorbild, die angeklagte »ledige Reisende« Karla Gramm, einer bürokratischen Macht gegenüber, wird verdächtigt und kriminalisiert. Der Autor seziert seine Figuren in deren Sprache, hinter ihren Sprüchen und Gemeinheiten lauert die Stille, hier kämpfe das Bewusstsein mit dem Unterbewusstsein.

Regisseurin Lilja Rupprecht interessieren die Sehnsüchte hinter dem ruppigen Gehabe der Figuren, für sie ist das Theater ein Ort, mit diesen in Berührung zu kommen, mit Fantasie zu fragen, wie wir miteinander umgehen und uns das Leben erleichtern können.


Foto © Marlène Meyer-Dunker


Premiere
07/09/18

Kammerspiele
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Sa
23/02/19
20.00 Uhr
Kammerspiele

Dauer ca. 1 Stunde, 40 Minuten (keine Pause)

Inszenierung Lilja Rupprecht
Ausstattung Paula Wellmann
Musik Friederike Bernhardt
Dramaturgie Anja Sackarendt