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Rückkehr nach Reims
Didier Eribons hellsichtige Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln, mit sozialer Scham, mit Wirkungsmechanismen der gesellschaftlichen Ausgrenzung und seine kluge Analyse des Wahlerfolgs rechter Parteien in seinem Buch »Rückkehr nach Reims« lösten bei seinem Erscheinen 2009 in Frankreich wie auch 2016 in Deutschland kontroverse Debatten aus.

In einer Mischung aus biographischer Aufarbeitung und soziologischer Analyse beschreibt Eribon, wie er – aus einfachen Verhältnissen stammend und sich seiner »Andersartigkeit« als homosexueller Jugendlicher bewusst werdend – durch seinen beruflichen Werdegang als Gymnasiast, Student, Akademiker und renommierter Soziologe zunehmend auf Distanz zu seinem Herkunftsmilieu geht. Mit großer Offenheit und Ehrlichkeit setzt er sich mit seinem »persönlichen Verrat« auseinander: wie er aufgrund seiner Scham über die soziale Herkunft – in dem neuen bourgeoisen Umfeld, in dem er sich seit seinem Studium beheimatet fühlt – mit kleinen Lügen seine Vergangenheit verschleiert und sich in Sprache und Gestus dem neuen Milieu anpasst. Seine schonungslose Aufarbeitung eines Tabuthemas setzte nicht nur angeregte Diskussionen in Gang, sondern inspirierte auch zur weiteren literarischen wie soziologischen Auseinandersetzung, wie etwa den jungen französischen Autor Édouard Louis, der über Eribons Buch schreibt: »›Rückkehr nach Reims‹ ist eines der wenigen Bücher, die eine Revolte entzünden und den Lauf eines Lebens verändern können.«

Das Theater Lübeck hat »Rückkehr nach Reims« als zweites Theater im deutschsprachigen Raum auf die Bühne gebracht. Die Regisseurin Friederike Harmstorf hat diesen brisanten Text in Szene gesetzt; sie hat bereits mit vielschichtigen Inszenierungen von Gegenwartsstücken u.a. am Thalia Theater und am Theater Kiel auf sich aufmerksam gemacht.


Foto © Marlène Meyer-Dunker


Wiederaufnahme
27/09/18

Junges Studio
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18.30 Uhr
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Fr
12/10/18
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Dauer ca. 1 Stunde (keine Pause)

Inszenierung Friederike Harmstorf
Ausstattung Matthias Koch
Dramaturgie Katrin Aissen