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Die Brüder Karamasow
»Gibt es keine Unsterblichkeit der Seele,
so gibt es auch keine Tugend,
also ist alles erlaubt.«
Auseinandersetzung mit Schuld, Ethik und Religion, fulminantes Familienepos und packender Kriminalroman – Fjodor Dostojewskijs letzter großer Roman zeigt nochmal seine Vielschichtigkeit, seine großartige Meisterschaft im Erzählen und seine Lust an feinverästelten psychologischen Verwicklungen: Die drei Brüder Dimitrij, Iwan und Aljoscha könnten unterschiedlicher nicht sein. Aljoscha, der Mönch, ist geprägt von einem tiefen Glauben und Liebe zu seinen Mitmenschen, von Mitleid und Barmherzigkeit. Iwan, der Intellektuelle, stellt sich die existentiellen Sinnfragen, ist ein großer Zweifler und sucht die Welt mit seinem kalten Verstand zu ergründen. Dimitrij, der Lebemann, Trinker und Raufbold, ist impulsiv, unbedacht, ausschweifend und von einem kolossalen Hass gegen seinen habgierigen und genusssüchtigen Vater Fjodor Karamasow getrieben. Er fühlt sich von diesem um sein mütterliches Erbe betrogen und konkurriert mit ihm um die gleiche Frau. Ihr Objekt der Begierde ist die schöne Gruschenka, die zunächst mit Vater wie Sohn gleichermaßen spielt. Brennend vor Eifersucht wünscht sich Dimitrij den Tod Fjodors herbei und verkündet dies auch lauthals. Kurz danach wird sein Vater tatsächlich tot aufgefunden und der Verdacht fällt sofort auf Dimitrij – doch ist er wirklich der Mörder?

Fjodor Dostojewskij richtet in seinem Roman den Blick in die Abgründe der Seele: Liebe, Hass, Eifersucht, Mitleid, Gier, Neid und Bosheit – in seinem gewaltigen Werk versteht er es nicht nur, formvollendet die verschiedenen Erzählstränge zu einem Ganzen zu verweben, er ist auch ein hervorragender Schilderer von tragischen Konflikten. Schuld und Gerechtigkeit, Selbstaufopferung und kaltblütiger Egoismus – Schauspieldirektor Pit Holzwarth, der zuletzt mit der Hommage an die Comedian Harmonists und seiner Inszenierung von »Der Kaufmann von Venedig« seine enorme Vielschichtigkeit unter Beweis stellten konnte, wird sich nun mit der inneren Zerrissenheit von Dostojewskijs Helden – und zum Jubiläum »500 Jahre Reformation« mit Fragen nach Religion, Ethik und der Suche nach einem Sinn im Leben – auseinandersetzen.

Premiere
10/02/18

Großes Haus
Die nächsten Termine
Sa
10/02/18
19.30 Uhr
Großes Haus

So
18/02/18
16.00 Uhr
Großes Haus

Do
01/03/18
19.30 Uhr
Großes Haus

Inszenierung Pit Holzwarth
Ausstattung Werner Brenner
Musik Willy Daum