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Labor - Mutter Courage
»Ich lass mir von euch den Krieg
nicht madig machen!«
Europa als Kriegsschauplatz. Eine Welt in Aufruhr und Auflösung. Flüchtlingsströme von West nach Ost, von Nord nach Süd und umgekehrt. Ein Glaubenskrieg, in dem religiöse Gefühle instrumentalisiert werden für Profit und Machtgewinn. Bertolt Brecht stellt in seinem 1938/39 im skandinavischen Exil geschriebenen Drama die Frage nach den Folgen des Krieges. Parabelhaft lässt er Mutter Courage, eine Marketenderin, oder heutiger gesagt: eine Geschäftsfrau, ihren Gewinn in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges suchen. Mit ihren drei Kindern Eilif, Schweizerkas und der stummen Kattrin zieht sie den Heeresbewegungen hinterher, um jenseits von jeglichen moralischen Überlegungen ihr Business zu treiben. Ihre Geschäfte florieren nur im Krieg – und so ist sie auf die Fortsetzung der Feldzüge angewiesen. Außer ihrem Profit hat sie nur das Wohlergehen ihrer kleinen Familie im Sinn. Doch selbst als sie ein Kind nach dem anderen an den Krieg verliert, zieht sie weiter, ohne Einsicht und scheinbar unbelehrt. Für Bertolt Brecht, der durch seine Theaterstücke und -theorien die Aufführungspraxis revolutionierte, der in seinen Stücken eine lustvolle Analyse und Kritik an der herrschenden Gesellschaft und Welt mit einer immer wieder auch poetisch geformten Sprache verband, war Theater auch als Erkenntnis- und Experimentierraum wichtig. Regisseur Andreas Nathusius, dem es zuletzt mit der »Blechtrommel« von Günter Grass gelang, die Aktualität und Brisanz dieses literarischen Stoffes auf die Bühne zu bringen, folgt nun in seiner Inszenierung von »Mutter Courage« den Spuren Brechts: Ihn interessieren die gesellschaftskritischen Aspekte und insbesondere die Parallelen zur Gegenwart, zu heutigen Kriegen und Machtverhältnissen – und unsere europäisch-westliche Beteiligung daran. Denn kann man in einer Zeit, in der sich das Machtgefüge der Welt verschiebt, in der radikale Veränderungen vor sich gehen, die Möglichkeit eines Krieges – auch in Europa – wirklich noch als dystopische Phantasie abtun?

Premiere
29/09/17

Großes Haus
Die nächsten Termine
Fr
29/09/17
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Großes Haus

So
01/10/17
16.00 Uhr
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So
22/10/17
18.00 Uhr
Großes Haus

Inszenierung Andreas Nathusius
Ausstattung Annette Breuer
Musik Wolfgang Siuda
Video Konrad Kästner
Dramaturgie Katrin Aissen