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Berlin Alexanderplatz

»Großartige Inszenierung von Döblins ›Berlin Alexanderplatz‹ […] Neun Darsteller liefern in der Inszenierung einen starken Abend. […] Andreas Nathusius als Regisseur setzt eine Szenencollage zusammen, die die Stadt und den Freundeskreis lebendig werden lässt. […] Kleine Szenen werden zu großen Theatermomenten. Etwa das Gezänk zweier Juden (Sven Simon, Robert Brandt). […] Andreas Hutzel liefert als stotternder Gauner eine großartige Leistung. […] Susanne Höhne hat nicht nur ihren großen Auftritt als Tod. Sie greift zum Akkordeon, erinnert singend an die ›Golden Twenties‹. Henning Sembritzki als Biberkopf spielt den unbekümmerten Optimisten ebenso sicher wie zu Beginn den Suchenden in der neuen Freiheit. Rührend sind die Mieze und auch der Isaak von Sophie Pfennigstorf. […] Bei Sven Simon, Robert Brandt und Peter Grünig sind die diversen Rollen in besten Händen.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Wie einen Bilderbogen reiht der Regisseur Nathusius Szene an Szene. Die Kulissen (Ausstattung Annette Breuer) tanzen mit, drehen sich, verwandeln sich von dunklen zu hellen Wänden. […] Großes leisten die Schauspieler. Henning Sembritzki ist ein ›Held‹ wie Döblin ihn wohl meinte, optimistisch, versoffen, nicht klein zu kriegen. […] Susanne Höhne, die immer wieder als Sängerin zu eigener Begleitung am Schifferklavier auftritt, ist im zweiten Teil ein beeindruckender Tod. […] Wer gerade nicht in der Mitte der Handlung steht, formiert sich, wie in der antiken Tragödie, zum kommentierenden Chor. Beeindruckend auch das.«

(HL-live)

 

 

 

»Wieder ein großer Wurf mit sensibler und gleichsam sicherer Hand. [Regisseur] Nathusius greift diese Montagetechnik auf, wählt schnelle Schnitte, unterstreicht mit Videoeinspielungen, zeigt, wie eindrucksvoll Filmsequenzen eine Bühnenproduktion begleiten können [...]. Das erste kleine Theaterwunder beschert die Inszenierung aber schon mit dem ersten Erscheinen des Franz Biberkopf. [...] Wer Sorge hatte, das Bild eines Günter Lamprecht aus der Fassbinder'schen TV-Verfilmung nicht loszuwerden, sieht sich beim Auftritt Henning Sembritzkis überwältigt; genau so muss er sein, der Biberkopf: schnoddrig und scheuend in einem, breitschultrig, präsent, versoffen, tragisch. [...] Andreas Hutzel zeigt als Ganove Reinhold schaurig-schöne Widerwärtigkeit, Sven Simon und Robert Brandt, Granden des Lübecker Hauses, brillieren u.a. als jüdische Disputanten, Sophie Pfennigsdorf und Claudia Wiedemer geben abgründigen Beziehungen Gestalt [...]. Und dann ist da noch als entsetzlicher Genuss Susanne Höhne als Akkordeon spielender und singender Tod. [...] Die Bühnenwände drehen sich mit, sind Häuserschluchten, Videowände und immer scheinbar unspektakulär, denn das Spektakel ist die Geschichte des Individuums in Zeiten des Umbruchs. [...] Ein leuchtendes ›ME‹ schwebt zum Ende über den Köpfen der Darsteller, es kippt und wird zum ›WE‹. [...] Der Vorhang schließt sich und ganz am Schluss lässt Nathusius sein Statement auf den Stoff werfen: #wirsindmehr. Bravo.«

(shz)

 

 

 

»›Berlin Alexanderplatz‹ [...] Aus ihm hat Nathusius eine einleuchtende Fassung destilliert. [...] Sven Simon und Robert Brandt spielen das [Hiobs Streit mit dem Satan oder seine Treueprüfung] oder den Streit der Juden Nachum und Eliser beeindruckend. Groß ist auch die Szene, in der Abraham seinen Sohn Isaak töten soll. Peter Grünig und Sophie Pfennigstorf gestalten das bewegend. [...] Großartig ist, wie Henning Sembritzki das in vielen Facetten vermittelt, naiv und brutal, überheblich und verzweifelt, ungezähmt kraftvoll und weinerlich sensibel, wie er vor allem auch physisch das Einarmige durchhält. Groß auch die Szenen, in denen er dem Tod begegnet. Da setzt Susanne Höhne eindringliche Momente im Gesang und Spiel, wenn sie dem Zusammengebrochenen mit dem Blasebalg des Akkordeons Atem einbläst. So wird die Musik (Felix Huber) zu einer animalischen Geste. [...] Peter Grüning macht sie [der Schlachthof als Gewaltmetapher] sichtbar, wenn er sich als Opfer bis auf die Haut entblößt, eine grandiose schauspielerische Leistung! [...] Andreas Hutzel zeichnet den stotternden und zwielichtigen Reinhold staunenswert nuanciert, ohne ihn zu karikieren. Andere bezwingende Episoden ergeben sich durch die Frauen. Claudia Wiedemer verkörpert eindringlich die Minna, später die sich aufopfernde Cilly so wie Sophie Pfennigstorf die Mieze, die Franz retten will und dafür ermordet wird. Da bleibt noch Michael Ruchter. Er hat sich in der Rolle eines Ausrufers vielseitig zu bewähren. Er erntet mit seinen Tanzeinlagen als eine Art Conférencier Sonderapplaus, kann aber vor allem eines: sprechen.«

(unser-luebeck)

 

 

 

»Das Spiel der tollen Schauspieler*innen ist gewohnt kraftvoll und überzeugend. Lichtinstallationen, Videosequenzen und Sprache verdeutlichen die Hektik der damaligen Zeit, die sich nur in der veränderten Technologie unterscheidet, aber die Menschen damals wie heute teilweise überfordert und rastlos macht.«

(ultimo)

 

 

 

»[Regisseur] Andreas Nathusius schafft es [...], den Zuschauer mit Döblins Geschichte von Großstadtkriminalität und Liebesdrama in seinen Bann zu ziehen. [...] Nathusius gelingt es in seiner Inszenierung, den Spagat zwischen Kriminalität und ›anständigem‹ Leben in der Figur des Franz Biberkopf zu zeigen, nicht zuletzt, weil Henning Sembritzki den Protagonisten als sympathisch-grobschlächtigen Kraftprotz in unglaublich authentischer Berliner Art zu verkörpern weiß. Ähnlich meisterhaft ist die Darstellung des Reinhold [Andreas Hutzel]. [...] Annette Breuer (Bühnenbild) verpasst der Geschichte ein stimmiges, wunderbar düsteres Bühnenbild und bringt dem Zuschauer die Schattenseiten der Metropole nahe [...]. Abschließend bietet das Stück noch eine politische Botschaft: [...] Nachdem der Vorhang fällt, wird der Hashtag ›wirsindmehr‹ - der Slogan der Antirassismus-Konzerte nach Chemnitz - auf die Bühne projiziert und weist dem Stück Aktualität zu. Ganz großes Kino ... oder in diesem Fall eher Theater.«

(Lübeckische Blätter)