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Otello

»Bernd Reiner Krieger inszeniert das Drama um den Feldherrn Otello, dessen Frau Desdemona und den Intriganten Jago als düsteres Spiel in einem riesenhaften Bunker. Diese klaustrophobische Umgebung nutzt Krieger, um die Psychologie der Figuren nachzuzeichnen - ein einfacher Grundgedanke dieser Inszenierung, der sich aber glänzend bewährt. Musikalisch war dieser Abend ebenso stark. Andreas Wolf dirigierte das in großer Form aufspielende Philharmonische Orchester mit sicherer Hand und gab dem hervorragenden Sänger-Ensemble eine sichere Stütze. Auch der Chor fand sich schnell und sang auf hohem Niveau. Bernd Reiner Kriegers Inszenierung ist im Grunde konventionell - aber das ist sie im besten Sinne. [...] Die Psychologie der Figuren steht in dieser Inszenierung im Mittelpunkt [...]. Krieger bringt diese innere Einsamkeit der Personen so überzeugend auf die Bühne, wie man es nur selten erlebt. Das ist nicht nur handwerklich gut gemacht, es ist ein ganz großer Wurf. [...] Marius Vlad ist ein konditionsstarker Otello mit machtvollem Heldentenor und großen darstellerischen Fähigkeiten. Überragend auch Michele Kalmandy als Jago. Diesem bösen Menschen möchte man noch nicht einmal bei hellem Sonnenschein begegnen, stimmlich ist der Bariton eine Urgewalt. Neu im Lübecker Ensemble ist Maria Fernanda Castillo. Ihr weicher und sicher geführter Sopran überzeugte vor allem im vierten Akt. Das Lied von der Weide und das Abendgebet sang sie mit zu Tränen rührender Innigkeit. In den Nebenrollen überzeugten Julia Grote als tapfere Emilia, Juraj Holly als tumber Cassio und Taras Konoshchenko als Montano. [...] Dirigent Andreas Wolf wählte ein schnelles Grundtempo für diesen Otello - das half, die wenigen Längen in den ersten beiden Akten zu überdecken. Wolf erwies sich auch wieder als exzellenter Begleiter der Sängerinnen und Sänger, er kann fabelhaft mit der komplizierten Akustik des Großen Hauses umgehen. In dieser Premiere hatte das Philharmonische Orchester eine Sternstunde. Alle Instrumentengruppen spielten mit höchster Präzision und mit einer Klangschönheit, die nur zu bewundern war. Ein großer Abend.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Am Theater Lübeck empfiehlt sich ein sehr gradliniger, zugleich plausibler ›Otello‹ [...]. Ungewohnt ist solch ein Herausarbeiten dessen geworden, was im Werk steckt und nicht im Kopf eines Regisseurs. Bernd Reiner Krieger leistete das. [...] So hatte der Darsteller des Otello, als Gast der Rumäne Marius Vlad, viel aufzubieten, gegen Michele Kalmandys Jago zu bestehen. Seines Landsmannes voluminöser, finster und leicht hohl klingender Bariton beherrschte alles, so wie Jagos böse Intrige alles und alle überdeckte. [...] Julia Grote, auch sie ein Gast, gestaltete sie feinsinnig und mit glaubhaftem Mut zum Widerstand. Mit der Desdemona, der einzigen geradlinigen Figur, hatte die temperamentvolle Mexikanerin Maria Fernanda Castillo einen glänzenden Einstand als neues Ensemblemitglied an der Trave. Agil war ihr Spiel, klangvoll ihre Stimme [...]. Der starke Applaus galt diesmal nicht nur den Leistungen der Sänger und Musiker, bedachte hörbar das Regieteam.«

(NMZ online)

 

 

 

»Konsequent setzt Regisseur Bernd Reiner Krieger das Rachewerk in Szene. [...] Andreas Wolf, kommissarischer Generalmusikdirektor, holt alles aus der Musik heraus. Bei aller Dramatik unterschlägt er die lyrischen Szenen nicht, und das Philharmonische Orchester hat einen großen Abend. Die Aufführung gewinnt ihr Format aber auch und vor allem durch die Sänger. In der Titelrolle ist der Rumäne Marius Vlad zu erleben. Die heldentenorale Stimme hält durch, seine Ausbrüche sind gefährlich. Glänzend besetzt ist sein Gegenspieler Jago. Michele Kalmandy hat einen druchschlagenden tiefschwarzen Bass. Ihren Einstand als Desdemona gibt das neue Lübecker Ensemblemitglied Maria Fernanda Castillo. Ihr Sopran hat Kraft. Berückend schön erklangen im letzten Akt das Lied von der Weide und das Abendgebet. [...] Für Lübeck ein Opernerlebnis, das vom Premierenpublikum entsprechend gefeiert wurde.«

(HL-live)

 

 

 

»[...] Krieger hat fantastisches Personal, das nicht nur prächtig bei Stimme ist, sondern auch zu spielen versteht. Im Orchestergraben haben die Darsteller mit Andreas Wolf einen Mann mit feinem Gespür für Bühnenkunst am Pult. Marius Vlad gibt dem Otello die kontrastierenden Schichten einer anfälligen Psyche mit auf den Weg. Michele Kalmandy stattet seinen Gegenspieler Jago mit glaubwürdiger Bosheit und finsterem Bass aus. Maria Fernanda Castillo bringt eine rührend verwirrte Unschuld auf die Bühne und hat ihren Moment - den größten des Abends - mit dem Ave Maria. Große Auftritte sind dem Chor beschieden, der zusammen mit dem Extrachor nicht nur für optische und akustische Opulenz sorgt, sondern auch mit präzisen leisen Passagen die Stimmung in der Festung zum Klingen bringt.«

(shz)

 

 

 

»[Krieger] zeigt letztlich das Schicksal eines Verantwortungsvollen, dem alle Illusionen geraubt werden. Dazu braucht es eine sinnvolle Personenführung wie in dieser packenden Aufführung. [...] Chor und Extrachor hat Jan-Michael Krüger zur Hochform synchronisiert - und zusammen mit den Lübecker Philharmonikern demonstriert Andreas Wolf am Pult zupackend eine Verdi-Wucht, die das Auditorium in die Sessel drückt. [...] der international gefragte Marius Vlad setz ein elegantes heldisches Material überlegt und überlegen ein [...]. [...] wuchs sie [Maria Fernanda Castillo] in die Figur der liebenden und leidenden Desdemona hinein, führte ihren glasklaren Sopran in die lyrisch-dramatische Spitze des einsamen Lieds von der Weide.«

(GüZ/Lübeck erleben)

 

 

 

»Als krönenden Abschluss der mit einigen sehr gelungenen Operninszenierungen gesegneten Spielzeit 2017/2018 brachte das Opernhaus Lübeck eine Otello- Premiere auf die Bühne, die höchsten Ansprüchen genügte, [...] es spielte das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck unter ihrem ›Allroundtalent‹ Andreas Wolf- (es scheint keine Oper zu geben, in welcher er dieses Orchester nicht zu Höchstleistungen anzuspornen versteht) [...]. Die Besetzung, bestehend aus Gästen und dem hervorragenden Ensemble, war ebenfalls schlichtweg grandios und absolut rollendeckend. Wie es Lübeck gelungen ist, den rumänischen Tenor Marius Vlad [...] für diese Serie gewinnen zu können, ist schon beeindruckend [...]. Die mexikanische Sopranistin, Maria Fernanda Castillo, war als verletzliche und dennoch selbstbewußte Desdemona mit ihrem perlenden, samtigen Timbre eine Offenbarung. [...] Mit Michele Kalmandy, einem rumänischen Bariton [...] wurde ein Jago der Extraklasse engagiert.«

(Ihr Opernratgeber)

 

 

 

»Michele Kalmandy, der den Jago verkörpert, besticht neben seinem kraftvollen Gesang durch seine authentische schauspielerische Leistung, mit der er die manipulative und verschlagene Art des Charakters herausbringt, die buchstäblich über Leichen geht. [...] Ein wahrer Lichtblick in all dem (Bühnenbild-)Grau ist María Fernanda Castillo. Ihre Art, die Reinheit Desdemonas zu spielen, die zu Unrecht beschuldigt wird, berührt - und noch mehr ihr Gesang, mit dem sie die Zuhörer atemlos in Bann hält. [...]Die Inszenierung [Bernd Reiner Krieger] ist äußerst gelungen - die in dunklen Tönen gehaltene Kulisse ist stimmig mit der düsteren Stimmung und dem Leid, das auf der Bühne verkörpert wird. [...] Die musikalische Leitung unterlag Andreas Wolf, der mit dem bestens aufspielenden Orchester souverän durch den Abend führte und mit viel Applaus belohnt wurde! Fazit: Eine stimmungsvoll umgesetzte Oper mit düsterem Ausgang, und vielen musikalischen Lichtpunkten!«

(Das Opernmagazin)