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Tom Sawyer, Huckleberry Finn
und die gute Fee vom Mississippi

»Mit einem gelungenen Kunstgriff hat Michael Wallner diesen Jugendbuch-Klassiker bühnengerecht gemacht. Er führt mit der guten Fee vom Mississippi eine neue Figur ein. Die trägt den wunderbaren Namen Miss Yssippi und greift immer dann ein, wenn es den Helden Tom Sawyer und Huckleberry Finn an den Kragen gehen könnte. [...] Aber die Kinder [waren] begeistert, am Ende wurde lautstark nach Zugaben verlangt. Das lag vor allem an dem großartigen Ensemble, allen voran Jörn Kolpe und Sara Wortmann. Kolpe gab einen hinreißenden Tom Sawyer. Der gelenkig und energisch seine Welt erkundete, sich prügelte und immer wieder Streiche spielte. Er nahm die Kinder in Minutenschnelle für sich ein. Genauso ein Sympathieträger ist Johann David Talinski als Huckleberry Finn in seinen schäbigen Klamotten und mit seiner Maiskolben-Pfeife im Mundwinkel. Er lebt wirklich den Mythos Anarchie, und auch in liebten die Kinder von der ersten Minute an. Sara Wortmann bewältigt das Riesen-Pensum [an Rollen] mit Bravour und singt die von Regisseur Michael Wallner geschriebenen Lieder im Barrelhouse-Stil ganz großartig. Peter Grünig kann als Tante Polly und Muff Potter alle Register ziehen. Ihm machen diese Rollen offensichtlich ebenso viel Freude wie dem Publikum. Sehr gewinnend auch Kika Schmitz als Becky und der neue Junge im Dorf. Marcus Staab ist ein hinreißend böser Indianer-Joe und ein großartiger leicht vertrottelter und vor allem spießiger Lehrer - was für ein Kontrast. Am Schluss der Premiere war der Jubel groß - die Kinder hatten ihren Spaß an den Abenteuern von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Und der guten Fee vom Mississippi.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Erwachsene hatten bei der Premiere mindestens ebenso viel Spaß wie Kinder. [...] Es ist ein schlauer Kniff von Regisseur Michael Wallner, Mark Twains Vorlage abzuwandeln. [...] Die gute Fee taucht wie durch Zauberhand gleich zu Anfang aus den Fluten des Mississippi auf und in die Geschichte ein. [...] Im wassergrünen Feen-Kostüm steckt Sara Wortmann, die im Laufe der Vorstellung in die Rollen des Dr. Robins, eines Richters, eines Verteidigers, eines Texaners und die der Witwe Douglas schlüpfen wird und außerdem, stimmgewaltig wie sie ist, den größten Teil des Gesangs schultert. Tom, hinreißend keck dargestellt von Jörn Kolpe, führt sich als rotzfrecher Bengel ein, der gleichermaßen von seinem gesellschaftlich ganz und gar unkorrekten Freund Huck (Johann David Talinski) fasziniert ist wie von Becky Thatcher (Kika Schmitz), die bei Wallner nicht ganz so artig sein muss wie bei Mark Twain und überzeugend auch einen ›Neuen‹ gibt, mit dem sich Tom eine Rauferei liefert. Die Rollen des Schulmeisters und des herrlich finsteren Indianer Joe übernimmt Marcus Staab, die des armen Trinkers Muff Potter und der Tante Polly Peter Grünig. Das junge Publikum reagiert wie erhofft auf die Bühnen-Ereignisse: Klatscht den Takt der Lieder mit, quiekt, wenn Becky und Tom sich küssen, kommentiert den Kaugummi, der als Liebesbeweis vom Mund der einen in den des anderen und zurück wandert (›Iieh!‹) und die - unsichtbare - tote Katze, die Huck mit sich herum schleppt.«

(shz)

 

 

 

»Tom Sawyer erobert die Kinderherzen. [...] Michael Wallner musste Szenen auswählen. Er konzentriert sich auf Schule und Schatzsuche, auf den Mord am Landstreicher Muff Potter und eine ausgiebige Höhlenwanderung. Das reicht völlig, um kindgerecht 70 Spielminuten zu füllen. Immer wieder wird es auch musikalisch. Zu flotten Rhythmen wird geboxt, gekämpft, durch die Welt geturnt. 14 Rollen, sechs Schauspieler. Da hat mancher häufig die Kostüme zu wechseln. Durchgehend stecken nur Tom und Huck immer in den gleichen Klamotten. Für Jörn Kolpe ist der Tom eine Paraderolle. Völlig dem Spiel und dem Thomas Sawyer hingegeben, gewinnt er die Herzen der kleinen Zuschauer im Sturm. Johann David Talinski ist sein Kumpel und Kollege Huck, auch er putzmunter bei Tag und Nacht. Besonders fleißig muss Sara Wortmann sein. Sie ist meistens die gute Fee, bewährt sich aber auch als Richter, Verteidiger, Texaner und so weiter. Außerdem hat sie, mit klarer deutlicher Stimme, noch jede Menge zu singen. Als Becky Thatcher stellt sich Kika Schmitz in Lübeck vor, frisch, natürlich, ungezwungen. Köstlich ist Peter Grünig als Tante Polly. Noch zum Schlussapplaus saß ihm der Schalk im Nacken. Marcus Staab bewährt sich in zwei völlig konträren Rollen. Er spielt den fiesen Indianer Joe und den lammfrommen Schulmeister. Den Kindern gefiel es. Sie riefen zum Schluss ›Zugabe, Zugabe!‹«

(HL-live)

 

 

 

»Man spürt Michael Wallners Liebe zum Sujet und seine sicher führende Hand. Humor und Spannung halten sich die Waage. Till Kuhnerts geniales Achterbahn-Bühnenbild ermöglicht nahtlose Szenenfolge mit Rangelei, Verbrecherjagd und Rutschpartien. [...] Tanja Liebermanns und Annina Dupuis‘ Kostüme sind hübsch bunt von gestern. Weil heute Musik dazugehört und Schauplatz der US-Süden ist, gibt es schrägen Dixieland (Ton: Jan Mührer) und einen Mississippi-Song. Ohne die Slapstick-Flausen und Gelenkigkeit von Jörn Kolpe als Tom Sawyer ist die Aufführung nicht zu denken - er ist das turbulente Zentrum. Johann David Talinski hat den ungebundenen Huckleberry Finn-Ton drauf. Beweglich müssen auch die anderen fünf Mitwirkenden sein, die hier in schnellstem Kostümwechsel diverse Rollen verkörpern. Sara Wortmann, vielbeschäftigt, glänzt vor allem als singende Miss Yssippi, Peter Grünig tauscht tapsige Tante Polly gegen tapsigen Muff Potter. Marcus Staab spielt genüsslich so gegensätzliche Typen wie den Schulmeister und Indianer Joe. Kika Schmitz bringt neben der naiven Becky die Kabinettstücke des burschikosen ›Neuen‹ und eines Mini-Räubers. Das Premierenpublikum war aufmerksam und mit Beifall recht spendabel.«

(GüZ/Lübecker Stadtzeitung)