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Der Bau

»Ein starkes Stück: Premiere von Franz Kafkas ›Der Bau‹ am Theater Lübeck [...] Die Regisseurin Lucia Bihler hat für den Bau ein ungewöhnliches Bild gefunden. Die Bühne im Jungen Studio ist ein Dschungel in einem mit durchsichtigen Planen bespannten Käfig (Bühne: Paula Wellmann). Die Zuschauer sehen wie in ein Aquarium, und sie sehen vor allem nicht ein Wesen, sondern zwei. Vincenz Türpe und Matthias Hermann teilen sich die Rolle. Sie stecken in grellen Fellgewändern und huschen mit unheimlichen Augen durch diese grüne Welt, in der es keckert und raschelt, in der die Pflanzen wuchern, in der man aber auch ein Martinshorn heulen hört und die ohnehin voll ist mit Klang und fremdem Geräusch (Musik: Jacob Suske). Dass der Monolog auf zwei Personen verteilt ist, [...] erweist sich als gelungenes Manöver, ist diese Kreatur unter der Erde doch gespalten und in sich zerrissen und doch wieder eins. [...] Türpe und Hermann spielen diese Kreatur mit sehr viel Lust und einer großen Präzision. Mal tauchen sie getrennt auf, mal spielen und sprechen sie synchron. Mal heben sie an zu längeren Monologen, mal ist ihre Sprache ein Dada-Reden. Dann wieder und zum Ende hin verstärkt gibt ein Wort des einen das Wort des anderen. Und als Türpe in den Kafka-Text ein Zitat Theodor Körners aus Goebbels' Sportpalastrede einbaut, wird auch diese Facette noch beleuchtet. [...] Es ist das Bild des modernen Menschen, und die Beteiligten im Theater machen daraus ein starkes Stück. Ein Jammer, dass das Junge Studio nicht mehr Plätze bietet.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Im Studio werden die Zuschauer nicht in unterirdische Verließe gebeten. Der kleinen Tribüne gegenüber steht ein Gewächshaus, in dem es wuchert und blüht wie in einer Tropenlandschaft (Bühne: Paula Wellmann). […] Unterlegt mit Musik und den Geräuschen des Waldes, immer wieder vom Sturm und Heulen, von grellen Blitzen durchbrochen, dann wieder in Dunkelheit getaucht, ergibt das 80 abwechslungsreiche, ohne Pause durchgespielte dichte Minuten. Matthias Hermann und Vincenz Türpe jonglieren gekonnt mit der Sprache, verdeutlichen Gefühle, produzieren aber auch tierische Laute und Bewegungen. Beim Lesen ist die Erzählung […] ein ›harter Brocken‹. Auf der Bühne des Studios wird sie sogar unterhaltsam. Aber nicht nur. Sonst wäre es kein Kafka, der wie kein anderer Autor des 20. Jahrhunderts die Ängste und das Unbehagen der Menschen artikulierte.«

(HL-live)

 

 

 

»[...] Matthias Herrmann und Vincenz Türpe machen das virtuos, geben der Sprache auch mal ›tierische Betonungen‹, reden gelegentlich gemeinsam, wirklich oder nur angedeutet. Dann wieder verschmelzen sie zu einem Tier. Sie sind ja immer nur einer, führen nie Gespräche miteinander. Kafkas unvollendet gebliebener Text wird auf diese Weise sogar unterhaltsam. Seine beklemmende Aktualität bei der Frage nach Sicherheit wird deutlich. Vincenz Türpe spricht an einer Stelle in zwei Mikrofone, eins für Kafka, das andere für die Interpretation. Starker Beifall dankte den Darstellern und dem Team bei der Premiere.«

(Lübeckische Blätter)

 

 

 

»[...] In grell farbigen Zottelfellen gekleidet, verkörpern Matthias Hermann und Vincenz Türpe eindrucksvoll das Gefühlsleben des innerlich zerrissenen Wesens in ganz unterschiedlichen Formen [...] Wie sich bereits erahnen lässt: Es ist keine leichte Kost, die den Besuchern geboten wird. Wer aber Kafka mag oder diesen für sich entdecken möchte, dem sei der Besuch des Stücks empfohlen.«

(Ultimo)