Home    Termine    Spielzeit    Ensemble    Theaterpädagogik    Service    Kartenkauf online    Extras    Vorschau 2017/18
Die Blechtrommel

»Ein herausragendes Bühnenereignis [...]. [...] Andreas Nathusius [...] gelingt eine virtuose Umsetzung des Romans. Auch wenn diese Spielzeit noch jung ist: Diese ›Blechtrommel‹ ist das Lübecker Theaterereignis der Saison. [...] Und immer wieder erscheint Günter Grass. [...] Schauspieler Andreas Hutzel stellt ihn mit einiger Ironie dar, doch nicht als Karikatur. [...] Nathusius glücken intensive Bilder durch den Einsatz der Kamera, die das Auge des Kleinwüchsigen ist. Doch auch die Schauspieler spielen groß auf. Neben Hutzel ist da Peter Grünig zu nennen, der bei seiner Darstellung des Alfred Matzerath deutlich Mario Adorf in dessen Film-Rolle zitiert. Patrick Berg tritt als einer der Oskar-Darsteller hervor mit intensivem Minenspiel und großen kindlichen Augen auf. Henning Sembritzki als Jan Bronski und Nadine Boske als Maria Matzerath glänzen als Unglückspaar. Trotz der Verknappung der Romanhandlung - die Nachkriegskapitel werden nur gestreift - ist die Inszenierung von Ehrfurcht vor der Sprachgewalt des späteren Literaturnobelpreisträgers geprägt. Es gilt das geschriebene Wort. Um in Grass‘ Erzählduktus zurückzufallen: Es war einmal ein Theaterabend, der Geschichtsanschauung, Kunststück und große Unterhaltung vereinte ...«

(Lübecker Nachrichten) 

 

 

 

»Die Premiere am Sonnabend, von viel Lübecker Prominenz besucht, erhielt große Zustimmung. [...] Das Kaleidoskop der Szenen ist bunt und überzeugend. Die Zuschauer bekommen die Essenz zumindest der ersten beiden von drei ›Büchern‹ mit, aus denen der Roman besteht. Dass der Film nicht vergessen ist, zeigen Videoeinspielungen mit Aussagen teils sehr bekannter Lübecker zu Beginn und in der Mitte des Stückes. [...] Es wird viel erzählt. Vor allem von Oskar, dessen Stimme Glas zerschmettert. Er steht gleich fünffach auf der Bühne. Am Schluss schaukeln sogar acht Personen vom Programmheft als Oskar Matzerath aufgelistet vor und zurück und philosophieren mit dem auferstandenen Autor über die Lage der Welt beziehungsweise Europas heute. [...] Die Darsteller spielen sich bei den ungeheuren Textmengen bewundernswert durch den Abend. Ganz in Weiß treten die fünf Oskars auf (Nadine Boske, Astrid Färber, Patrick Berg, Vincenz Türpe, Will Workman). Peter Grünig gibt den Vater Matzerath als frohgemuten Rheinländer und linientreuen Parteigänger, Susanne Höhne, spröde und doch stets zum Seitensprung mit dem Hausfreund Jan Bronski (Henning Sembritzki) aufgelegt, die Mutter.«

(Hl live)

 

 

 

»Ein freches Stück, das mit dem Roman, seinen Adaptionen und seinem Autor spielt. [...] Günter Grass selbst, mit Schnauz und Pfeife gegeben von Andreas Hutzel, der das Spiel begleitet (und als Pfleger beobachtet) und mit Zitaten auch aus anderen seiner Werke kommentiert. [...] Zur Posse, zur Schmierenkomödie könnte diese Grass-Imitation abgleiten, aber sowohl die Regie, als auch Hutzel balanciert traumwandlerisch sicher auf dem schmalen Grat sinnstiftender Inspiration. [...] Ein Spiel mit dem Spiel. Der Premierenapplaus war lang und begeistert.«

(shz)

 

 

 

»Die Retrospektive rollt also das Leben Oskars auf. Das ist zumeist spannend gemacht, vor allem durch die plastische Leistung der Schauspieler. [...] Nadine Boske etwa spielt darin die kindliche Maria, die Oskar zu seinem dritten Trommelstock verhilft, bevor sie Geliebte des Vaters wird. Astrid Färber macht als Anna eine wirklich gute Figur, auch imponierend als Roswitha Raguna. Patrick Berg gestaltet intensiv den Hausmeister Kobyella oder mimt lebhaft Bebra, Oskars kleinwüchsigen Impresario. Vincenz Türpe ist als Spielwarenhändler Markus ebenso eindringlich wie Will Workman als Fischer oder Oberleutnant. Grandios gestalten Susanne Höhne (Oskars Mutter Agnes) und Henning Sembritzki (Jan Bronski als Geliebter der Mutter). [...] Andrea Nathusius‘ inszenatorisches Bemühen hat große Momente. Geschickt lässt er mit groß projektierten Bildern einer Handkamera die Welt aus Sicht Oskars verdeutlichen, gibt Einblicke in die Räume der beweglichen Bühnenwelt. Reizvoll ist auch, den Abend mit einer Befragung Lübecker Bürger zu beginnen. Sie bestätigen, dass der Roman, der bei seinem Erscheinen vor knapp 60 Jahren Furore machte, vielen noch vor Augen ist, seine Fragen, auch die seines Autors heute noch gelten. Sie alle beantworten zu wollen wäre ein (zu) weites Feld.«

(unser Lübeck)

 

 

 

»Acht Ensemblemitglieder teilen sich in die Rolle dieses Opponenten, der auf seiner Trommel das Blech bearbeitet, das in allen Zeiten geredet wird. [...] Haupt-Oskar ist Patrick Berg, großäugig staunend, aufsässig und wandlungsfähige Marionette. [...] Als Puppenspieler bringen Türpe und Workman geschickt Theater auf dem Theater und letzterer setzt den kleinen Oskar in Szene. Eindringliche Charakterbilder zeichnen Susanne Höhne in den Facetten der Agnes Matzerath, Peter Grünig als proletarischer Wendehals Alfred Matzerath, Henning Sembritzki als fadenscheiniger Bronski.«

(Lübecker Stadtzeitung)

 

 

 

»[...] In Lübeck hat es Andreas Nathusius [...] mit einer Bühnenfassung von Peter Schanz gewagt. Und überzeugt. [...] weil dieser Oskar [...] so unfassbar ist, lässt Nathusius ihn zu Beginn, verkörpert von so unterschiedlichen Typen, wie Patrick Berg, Nadine Boske , Astrid Färber, Vincenz Türpe und Will Workman fünffach erscheinen, am Ende schlüpfen acht der neun Darsteller in die Rolle des Blechtrommlers. [...] Günter Grass selbst, mit Schnauz und Pfeife gegeben von Andreas Hutzel [...] kommentiert. [...] Patrick Berg holt mittels Helium, das er aus einem Ballon einatmet, sogar die gepresste Bennet-Stimme ins Gedächtnis. Alfred Matzerath (Peter Grünig), Agnes (Susanne Höhne) und Jan Bronski (Henning Sembritzki) erscheinen als Mario Adorf, Angela Winkler und Daniel Olbrychski zurechtgemacht. Ein Spiel mit dem Spiel. Und Nathusius setzt noch eins ums andere darauf, platziert mit Felix Huber (Klavier) und Harm Hinz (Percussion) zwei Oskar-weiß gekleidete Musiker rechts und links auf der Bühne, bringt eine Oskar-Puppe zum Einsatz und die Live-Kamera. [...] Die Inszenierung ist stimmig und im besten Sinne unterhaltsam. Das Premierenpublikum bestätigt es mit lang anhaltendem Applaus.«

(Lübeckische Blätter)