Home    Termine    Spielzeit    Ensemble    Theaterpädagogik    Service    Kartenkauf online    Extras    Vorschau 2017/18
Tosca

»Erica Eloff ist eine temperamentvolle, leidenschaftliche Tosca mit einer beeindruckenden Stimme. Überzeugend eiskalt-brutal spielt Gerard Quinn den Kommissar Scarpia - alle Männerrollen sind mit hervorragenden Sängern besetzt.«

(NDR)

 

 

 

»[...] der Regisseur [dringt] zu den Urgründen dieser Oper vor. Und man mache sich nichts vor: ›Tosca‹ ist eigentlich für einen Opernabend, bei dem man in Schönheit schwelgen will, denkbar ungeeignet. Diese Oper hat es in sich, es wird getötet, vergewaltigt, gefoltert. Tilman Knabe macht aus dem Verismo der Oper Naturalismus. Auch das ist ungewöhnlich, aber vertretbar. [...] Die ganz große Stärke dieser Inszenierung aber liegt nicht in drastischen Bildern, deren es auch einige zu viel gibt. Die Stärke des Regisseurs zeigt sich in der Psychologisierung der Figuren und in der Personenführung. Wie er die Beziehung von Tosca und Cavaradossi im ersten Akt darstellt, wie er den labilen psychischen Zustand der Sängerin zeichnet, ist meisterhaft. [...] Auch der Erzbösewicht Scarpia darf ein überzeugendes Eigenleben entwickeln. Ein Massenmörder, Folterer und Vergewaltiger - das wird schon aus der Musik deutlich, die ihm zugeordnet ist. [...] Eine starke Regie [...]. Musikalisch ragt Erica Eloff als Tosca heraus. Darstellerisch und gesanglich geht sie an die Grenzen dessen, was man auf einer Opernbühne leisten kann. Ihren Auftritt kann man nur atemlos bestaunen. Zurab Zurabishvili als Cavaradossi beginnt routiniert, er steigert sich im Verlauf zu wahrer sängerischer Größe. Gerard Quinn ist ein wunderbar dämonischer Scarpia, diese Rolle ist ihm auf den Leib geschrieben. Sehr gut sind auch die Nebenrolle besetzt, der Chor agiert und singt brillant.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»An der Trave ist nun in mutiger szenischer Deutlichkeit zu sehen, was Text und Musik nicht nur andeuten, sondern nahelegen: ein blutspritzendes Drama um Liebe und Politik. Tilman Knabe verantwortet das krasse Spektakel, das der Regisseur in blutigen Bildern und dennoch viel psychologischer Feinzeichnung und enormer Glaubwürdigkeit auf die Bühne des Theater Lübeck bringt. [...] in Lübeck wird erstens exzellent gesungen, zweitens schlicht und einfach das Konzept des Verismo in die sehr realitätssatte Tat umgesetzt. [...] Im Furor der Aktualisierung mag er hier und da übers Ziel hinausschießen, was manchen Regieeinfall dann eben prompt zum Stein des Anstoßes bei traditionsgewohnten Teilen des Publikums macht, im Ganzen ist sein Inszenierungsansatz aber von absoluter Stimmigkeit und von packender Wucht. Ganz bei den Veristen ist der Regisseur, wenn er deren illusionslose Analyse des Menschen nachvollzieht [...]. Aufregend im besten Sinne ist an diesem extrem intensiven Musiktheaterabend, dass die Musik in ihrer radikalen rohen Qualität neu erfahrbar wird. Jenseits jeder sanglich fließenden Belcantowohligkeit schärft GMD Ryusuke Numajiri mit Lübecks Philharmonikern die Ecken und Kanten, das hoch Moderne, Heftige, und Kreischende der Partitur. Diese Musik ist zuerst wahr, und darin dann durchaus an zweiter Stelle auch schön, weil ergreifend. Das Sängerensemble ist enorm. Erica Eloff spielt und singt die grandiose Borderline-Tosca, die immer wieder zu ihren Pillen greift. Zurab Zurabishvili ist hier weniger Kirchenmaler denn Straßenkünstler, ein Cavaradossi mit sicher fokussierten Spitzentönen und toller Durchschlagskraft. Ein Musterbeispiel an kluger Deklamation, dynamischer Differenzierung und absoluter geistig wie gefühlsmäßiger Durchdringung der Partie gibt Ensemblemitglied Gerard Quinn als Scarpia.«

(concerti.de)

 

 

 

»Für Schonungslosigkeit ist Regisseur Tilman Knabe bekannt, man könnte argwöhnen, dass ihm das Blut schon zum Markenzeichen geronnen ist. Aber ihn treibt von jeher die Brutalität der Welt um, dass er sie im Musiktheater vergegenwärtigen will. [...] Längst sind seither Cavaradossis Schreie unter der Folter ins Repertoire gewandert. Knabe will sie dort herausholen in eine Gegenwart, in der unvermindert gefoltert wird. Und er will den Kontext beleuchten, den Puccinis Librettisten gegenüber dem Drama von Victorien Sardou verknappten [...]. Dennoch trägt die Partitur eine besondere Stärke der Inszenierung. Wenn Tosca ihrem Geliebten Cavaradossi begegnet und danach dem lüsternen Polizeichef, entwickelt Knabe eine psychologische Feinheit, in der das Musiktheater ganz zu sich kommt, weil an den gesungenen Linien entlang so viel über diese Menschen zu erfahren ist. Und weil sich die Solisten ganz geben, allen voran die strahlend und warm singende Erica Eloff. Sie ist hier keine flammende Diva, sondern eine labile, lebenshungrige, schöne Frau, die an Cavaradossi Halt sucht, einem tapsigen, untersetzten Bohémien (Zurab Zurabishvili). Beides Menschen am Rand, durchs Toscas irre Eifersucht eher verbunden als getrennt. [...] So etwas passiert ja auch auf der Welt, und Schlimmeres. Gerade darum werden hier die Grenzen aktualisierender Drastik deutlich - mitunter wirkt der Ansatz schon selbst historisch. Die Individuen aber interessieren einen bis zum Schluss [...].«

(opernwelt)

 

 

 

»Großartig [...] wusste Erica Eloff die [...] leidende Titelheldin zu verkörpern. [...] Weitere Lichtblicke waren Taras Konoshchenko als sehr präsenter und stimmschöner Mesner, Seokhoon Moon als adäquat besetzter Angelotti [...]. Das Philharmonische Orchester und sein Generalmusikdirektor Ryusuke Numajiri erreichten die Zuhörer durch eine ergreifend schroffe, spannende und unvermittelte Lesart der Partitur, in der Puccinis liebliche und herzerweichende Melodien jedoch stets genügend Raum zur Entfaltung fanden. In Erinnerung bleibt eine bemerkenswerte Klangmixtour von großer Sogkraft, die das Publikum direkt in das Drama hinein zu katapultieren schien. Dafür bedankte sich das Publikum beim Dirigenten mit tosendem Applaus.«

(Das Opernglas)

 

 

 

»Lautstark und kontrovers war in Lübeck die Reaktion auf Tilman Knabes Umgang mit Giacomo Puccinis ›Tosca‹. [...] Tilman Knabe provoziert gern. Seine Markenzeichen sind eben diese Kalaschnikows und Tarnanzüge, viel Theaterblut und drastische Darstellungen. [...] Bei all diesen knalligen Aktionen könnte die Musik in Vergessenheit geraten, tut sie aber nicht. Puccini bleibt die Basis, der die Hinzufügungen erstaunlich gut angepasst waren. [...] Numajiri kann dramatisieren, auch Bühne und Graben zusammenhalten [...] Finesse [...] brachte [...] die grandiose Erica Eloff in ihrem Debut als Tosca. Eine große Stimme hat sie, klang- und ausdrucksvoll. Wunderbar ihr Bekenntnis ›Vissi d'arte‹. Zurab Zurabishvili, der zweite Gastsänger, glänzte nach kurzer Anfangsmühe mit seinem kraftvollen Tenor. Mühelos und überzeugend hielt er seine schwere Partie bis in den letzten Akt durch. Den Scarpia verkörperte wie schon in früheren Inszenierungen an diesem Haus Gerard Quinn. Er gab dem Bösewicht seinen wandlungsfähigen Bariton, überzeugte auch wieder durch sein Spiel, bei dem jede Geste saß. In den kleineren Bassrollen, der des Cesare und des Messners, hat Lübeck zwei verschwenderisch gute Stimmen, die von Sekhoon Moon und von Taras Konoshchenko. Chor und Extrachor, Kinder- und Jugendchor Vocalino waren von Jan-Michael Krüger sicher einstudiert und auf der Bühne vielseitig beschäftigt, ebenso die Vielzahl von Statisten.«

(Oper und Tanz)

 

 

 

»[...] Für Puccini braucht man hervorragende Sänger, und die sind in Lübeck, zum Teil mit Gästen besetzt, zu hören. Eine glänzende Leistung, darstellerisch und sängerisch, bietet Erica Eloff als Tosca. Ihr Sopran hat bis zum Schluss dramatische Kraft, obwohl ihr die Regie einiges zumutet. Eine große Arie im Liegen zu singen - dazu gehört etwas! Zurab Zurabishvili sang den Cavaradossi mit großer Geste, mit sicherer Höhe, die scheinbar ohne Mühe anspricht. Den Bösewicht Scarpia gab Gerard Quinn mit voluminösem, klangschönem Bariton. Dazu viele weitere gute Leistungen, einschließlich Choristen und Kinderchor. Generalmusikdirektor Ryusuke Numajiri führte das Orchester mit Schwung durch den Abend, entfachte in den Finalszenen gewaltige Klangfluten, achtete zum Beispiel im Vorspiel zum dritten Akt aber auch auf subtile Details.[...] Eine Inszenierung, über die diskutiert werden kann und muss.«

(HL-live)

 

 

 

»Die Gewaltexzesse des Stücks, Blut und Folterung werden selbst einem abgebrühten Zuschauer spürbar vor Augen geführt, wie es zur Entstehungszeit der Oper vom Publikum gefordert und empfunden wurde. [...] Dass ein solches Konzept überzeugt und nicht in Übertreibung und Unglaubwürdigkeit kippt, ist der rückhaltlosen und an die Grenzen gehenden körperlichen Einsatzbereitschaft der drei Protagonisten, allen voran Erica Eloff als Tosca, zu verdanken. Neben der eindrucksvollen Darstellung einer seit der Kindheit geschundenen Kreatur vermag Eloff die stimmlichen Herausforderungen der Partie glänzend zu erfüllen. Ihr Spektrum reicht von verletzlichsten Pianophrasen zu den großen Ausbrüchen. Ihr Vissi d'arte im zweiten Akt wird vom Publikum frenetisch gefeiert. Zurab Zurabishvili als Cavaradossi kann nach verhaltenem Beginn sein Stimmpotenzial zunehmend entfalten, [...]. Gerard Quinn als Scarpia gibt den Fiesling aus dem Bilderbuch, der seine auf Gewalt fokussierte Sexualität in scheinheiliger Stimmgeste nur schwer verbergen kann. Das Ensemble wird überzeugend abgerundet mit Seokhoon Moon als Angelotti, Taras Konoshchenko als Mesner, Hyungseok Lee als Spoletta und Grzegorz Sobczak als Sciarrone. Ryusuke Numajiri positioniert das gut disponierte Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck fast ein wenig gegensätzlich zum blutrünstigen Geschehen auf der Bühne. Er versucht klugerweise nicht dieselben dynamischen Register zu ziehen, sondern schafft im Graben musikalische Bögen, die das ausweglose Geschehen auf der Bühne bewegend kommentieren und Raum für die Freiheits- und Zukunftsvisionen der Opfer schafft, die die Szene absichtlich verweigert.«

(opernnetz.de)




»[...] Bei all den knalligen Aktionen könnte die Musik in Vergessenheit geraten, tut es aber nicht. Puccini bleibt die Basis, der das Hinzugefügte erstaunlich gut angepasst war. Eine große Stimme hat sie [Erica Eloff als Tosca], klang-und ausdrucksvoll. Wunderbar ihr Bekenntnis ›Vissi d'arte‹. Zurab Zurabishvili, der zweite Gastsänger, glänzte nach kurzer Anfangsmühe mit seinem kraftvollen Tenor. [...] Den Scarpia verkörperte wie schon in früheren Inszenierungen an diesem Haus Gerard Quinn. Er gab dem Bösewicht seinen wandlungsfähigen Bariton, überzeugte auch wieder durch sein Spiel, bei dem jede Geste sitzt. In den kleineren Bassrollen, der des Cesare und des Messners, hat Lübeck zwei verschwenderisch gute Stimmen, die von Seokhoon Moon und von Taras Konoshchenko. Auch Emma McNairy und Grzegorz Sobczak fielen in ihren kleinen Rollen nicht ab. Chor und Extrachor, Kinder- und Jugendchor Vocalino waren von Jan-Michael Krüger sicher einstudiert und auf der Bühne vielseitig beschäftigt, ebenso die Vielzahl von Statisten.«

(unser Lübeck)

 

 

 

»Puccini schrieb damals an seinen Librettisten: ›Mit La Bohème wollten wir Tränen ernten, mit Tosca wollen wir [...] ihre Nerven ein wenig strapazieren. Bis jetzt waren wir sanft, jetzt wollen wir grausam sein.‹ Das Lübecker Premierenpublikum reagiert im Großen Haus dementsprechend gespalten. Bereits nach dem ersten Akt gibt es erste Buh-Rufe, die sich in den Beifall mischen. Unfair den Sängern gegenüber, die eine Bravour-Leistung bringen! Allen voran Erica Eloff als Tosca. Jeder Ton, den sie singt, sitzt technisch perfekt und bohrt sich so intensiv ins Herz, dass die Tränen im Publikum schon rollen, noch bevor sich Toscas schreckliches Schicksal überhaupt zuspitzt. Und auch die beiden Männer an ihrer Seite können sich sehen und hören lassen. Der georgische Tenor Zurab Zurabishvili spielt mit Erica Eloff ein glaubwürdiges Liebespaar und meistert diese schwierige Partei so schön, wie man sich eben einen Puccinitenor wünscht. Der beiden Kontrahent Scarpia ist aus dem Ensemble des Theaters besetzt: Gerhard Quinn. Mit seiner üblichen Spielfreude gibt er einen Bösewicht, wie er bedrohlicher und fieser kaum sein kann. Ein gemütlicher Opernabend, bei dem man in der Pause fröhlich ein Sektchen schlürft, ist es nicht. Jedoch ein Abend, der beschäftigt, bewegt und zum Denken anregt, allemal.«

(ultimo)

 

 

 

»Die musikalische Seite der Premiere fasziniert. Erica Eloff verkörpert darstellerisch wie stimmlich wunderbar die Rolle der labilen Tosca. Intensiv leuchtet ihre Stimme bei Ausbrüchen und subtilen Pianoepisoden - ein grandioses Rollendebut. Das berührende ›Vissi d'arte‹ singt sie, wie es Maria Jeritza 1921 an der Met einführte, liegend. Vom Publikum wird Erica Eloff stürmisch gefeiert. Als Cavaradossi glänzt Zurab Zurabishvili mit impulsivem Tenor. ›E lucevan de stelle‹ gerät eindringlich. Dem Scarpia leiht Gerard Quinn Statur und Stimme, überzeugend in schwarzer, imposanter Bösartigkeit und baritonaler Flexibilität. Seokhoon Moon (Angelotti) und Taras Konoshchenko (Mesner) verfügen über geschmeidige Stimmkraft, Emma McNairy singt atmosphärisch die Partie des Hirten. Theaterchor wie auch Kinder- und Jugendchor Vocalino, Einstudierung Jan-Michael Krüger, fügen sich prächtig ins Geschehen. Ryusuke Numajiri und die Philharmoniker packen intensiv zu [...]. Stürmischen Beifall ernteten die Musikprotagonisten [...].«

(Lübeckische Blätter)

 

 

 

»Was Regisseur Tilman Knabe auf die Bühne bringt ist blutig, brutal aber konsequent von Anfang bis zum Ende durchgezogen. [...] Für die Sänger gab ein einhelliges Feuerwerk aus Applaus und Bravorufen. Die südafrikanische Sopranistin Erica Eloff war als Tosca schlichtweg phantastisch; eine große, runde, volle Stimme, eine brilliante Höhe; manche Phrasen wurden auf höchstem Niveau interpretiert. [...] Der georgische Tenor, Zurab Zurabishvili, war mit seinem schönen ›italienischen‹ Timbre und seiner kraftvollen Höhe, hervorragend disponiert. Ein überzeugendes Rollenporträt. Gerard Quinn war gesanglich ein elegant klingender, bedrohlich wirkender Scarpia; eine tolle gesangliche und darstellerische Leistung. Seokhoon Moon bestach als Angelotti. Taras Konoshchenko war ein großartiger Mesner, Grzegorz Sobczak gab einen überzeugenden Sciarrone /Kerkermeister und Emma McNairy bestach sowohl als Marchesa Attavanti, wie auch als Hirte. Das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck unter der Leitung von Ryusuke Numajiri unterlegte diese Tosca mit einem eher lyrisch anmutenden Klangteppich. [...] Über die äußerst eigenwillige und brutale Inszenierung kann man geteilter Meinung sein; gesanglich hingegen war es ein grandioser Abend.«

(Ihr Opernratgeber)