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9. Sinfoniekonzert
Über die Grenze
Emmanuel Chabrier (1841-1894)
»Marche joyeuse«

Darius Milhaud (1892-1974)
»Scaramouche« für Klarinette und Orchester

Claude Debussy (1862-1918)
»Première Rhapsodie« für Klarinette und Orchester

Maurice Ravel (1875-1937)
»Daphnis et Chloé«


Einen Blick über Landes- und Gattungsgrenzen hinweg gestattet dieses Programm mit Musik unserer französischen Nachbarn. Vier verschiedene Komponisten geben sich hier ein Stelldichein, doch allen gemein ist die Tradition des französischen Impressionismus, als dessen Wegbereiter Emmanuel Chabrier gilt. In Deutschland wenig bekannt, ist er manchen durch seine Oper »L’Étoile« und durch sein wohl populärstes Werk, der temperamentvollen Rhapsodie »España« ein Begriff. Ebenso lebenslustig und amüsant geht es in seiner Komposition »Marche joyeuse« zu, die ursprünglich als Rondo für Klavier zu vier Händen geschrieben wurde. Der flotte Marsch voll raffinierter Anspielungen und erheiternder Wiedererkennungseffekte wurde 1888 in Paris in der Fassung für Orchester unter Leitung des Komponisten selbst uraufgeführt.
Während Chabrier dem Impressionismus den Weg ebnete, der dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Debussy und Ravel beschritten wurde, kam Darius Milhaud in den 20er Jahren mit dem Jazz in Berührung und baute ihn systematisch in seine Kompositionen ein. 1937 entstand das lebenssprühende Stück »Scaramouche« als Auftragswerk ursprünglich für Klavier. Scaramouche ist, wie Milhaud bemerkte, »der König der Aufschneider […]. Er gebärdet sich als unwiderstehlicher Liebhaber und bucht jede Niederlage als Sieg.« Unverschämt, vital und fast grotesk kommt denn auch das Stück daher, in dem Ragtime, Jazz und brasilianische Folklore zu einer einzigartigen Symbiose verschmelzen.
Als Prüfungsstück entstand die »Première Rhapsodie« von Claude Debussy, die 1911 erstmals öffentlich aufgeführt wurde. Da Debussy 1909 in die Prüfungskommission der Bläser berufen worden war, sah er sich in dieser Funktion verpflichtet, entsprechende Stücke zu komponieren. Mit der »Première Rhapsodie« für Klarinette lotet Debussy denn auch alle klanglichen Möglichkeiten des Instrumentes aus und spielt auf die für ihn typische Weise mit Klangfarben und Rhythmen. Das Werk war so erfolgreich, dass Debussy die ursprüngliche Klavierfassung für Orchester umarbeitete und das Stück bald in der ganzen Welt aufgeführt wurde.
Chabrier und Debussy übten ihrerseits großen Einfluss auf jüngere Musiker ihrer Zeit aus, darunter Maurice Ravel, der nach eigenen Worten von keinem anderen Komponisten so nachhaltig geprägt wurde, wie von Chabrier. Mit dem Ballett »Daphnis et Chloé« nach dem antiken griechischen Liebesroman, ein Werk, das er für die berühmten Ballets russes von Sergej Diaghilew und Michail Fokin schrieb, schuf Ravel die großartigste seiner Partituren, die neben 15 verschiedenen Schlaginstrumenten und einer Windmaschine auch einen ganzen Chor erfordert. Für Igor Strawinsky war »Daphnis et Chloé« »nicht nur eines der besten Werke Ravels, sondern auch eines der schönsten Erzeugnisse der französischen Musik überhaupt.«


Foto © Jochen Quast

Konzert
So
16/07/17
11.00 Uhr
Musik- und Kongresshalle, Konzertsaal

Mo
17/07/17
19.30 Uhr
Musik- und Kongresshalle, Konzertsaal

Dirigent Ryusuke Numajiri
Klarinette Giampiero Sobrino
Chöre Chor des Theater Lübeck (Ltg.: Jan-Michael Krüger), Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg (Ltg.: Gabriele Pott)