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5. Sinfoniekonzert
Fürstliche Pracht
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Ballettmusik aus »Idomeneo« KV 367

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierkonzert c-Moll Nr. 24 KV 491

Franz Schubert (1797-1828)
Sinfonie Nr. 6 C-Dur D 589


Einen Großteil der Meisterwerke in Kunst, Literatur und Musik verdanken wir den Fürstenhöfen früherer Zeiten. Insbesondere der Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz ging als kunstsinniger Mann in die Geschichte ein. An seinem Hofe in Mannheim unterhielt er ein Orchester, dessen Qualität im 18. Jahrhundert in ganz Europa berühmt war und Mozart bei seinem mehrmonatigen Aufenthalt dort sehr beeindruckte. Umso glücklicher war Mozart, als ihm der Kurfürst 1780 den Auftrag erteilte, für den Münchener Karneval eine große Oper zu schreiben, denn die Aufführungsbedingungen waren traumhaft: Der Fürst war kurz zuvor nach München übergesiedelt und hatte nicht nur sein berühmtes Orchester, sondern auch sein ebenso brillantes Sängerensemble mitgenommen. So entstand die Oper »Idomeneo«, die 1781 im Münchener Residenztheater uraufgeführt wurde. Auf expliziten Wunsch Karl Theodors baute Mozart darin ein großes Ballett ein, was der damaligen Musiktheaterpraxis entsprach. Das Ballett zelebriert den glücklichen Ausgang der Handlung und steht in der festlichen Haupttonart D-Dur; der häufige Einsatz von Trompeten und Pauken unterstreicht noch den prächtigen Rahmen. Da die Oper allein auf eine Spieldauer von über drei Stunden kommt, ist die Ballettmusik allerdings trotz ihrer Schönheit selten zu hören – eine Rarität.

1786 schrieb Mozart, inzwischen in Wien, sein Klavierkonzert Nr. 24 c-Moll, in dem er sich durch die ungewöhnliche Wahl der Tonart, wie auch durch die Instrumentierung von allen Konventionen zu befreien scheint: Von über 20 Klavierkonzerten hat er nur zwei in Moll geschrieben; zudem erfordert dieses den größten Orchesterapparat, den Mozart in Konzerten je verwendet hat. Auch in der motivischen Gestaltung setzt Mozart sich über gängige Formprinzipien hinweg. Diese in den letzten acht Klavierkonzerten deutliche Priorität künstlerischer Freiheit gegenüber den Erwartungen des Publikums steht im Kontrast zur damaligen gesellschaftspolitischen Entwicklung, als der zuvor aufklärerisch gesinnte Kaiser Joseph II. zunehmend absolutistisch zu herrschen begann.

Ebenfalls in Wien, doch zur Zeit der in geistiger Enge und Zensur erstarrten Restauration, schrieb Schubert seine Sechste Sinfonie, die zwischen 1817 und 1818 entstand, aber erst nach seinem Tod im Jahre 1828 zum ersten Mal öffentlich aufgeführt wurde. Im Gegensatz zu Mozart konzipierte Schubert nämlich seine ersten sechs Sinfonien mehr zum »privaten Gebrauch«, für Aufführungen durch das aus einem Streichquartett in seinem Elternhaus hervorgegangene Liebhaberorchester, das sich regelmäßig bei Otto Hatwig, einem Mitglied des Burgtheater-Orchesters, traf. In diesem Kreis fand vermutlich auch die Uraufführung der Sechsten statt, die durch Anklänge an den italienischen Opernstil, vor allem an Rossini, die Mode der damaligen Zeit aufgreift.


Foto © Jochen Quast

Konzert
Klavier und musikalische Leitung Stefan Vladar