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4. Sinfoniekonzert
Winterträume
Franz Liszt (1811-1886)
»Festklänge« Sinfonische Dichtung Nr. 7

Alexander Glasunow (1865–1936)
Violinkonzert a-Moll op. 82

Peter Tschaikowsky (1840-1893)
Sinfonie Nr. 1 g-Moll »Winterträume« op. 13


»Ich bin in Kiew zufällig einer sehr ungewöhnlichen Frau begegnet, wirklich sehr ungewöhnlich und bemerkenswert … so sehr, dass ich mich kurzerhand entschlossen habe, einen Umweg von 20 Meilen in Kauf zu nehmen, um mich einige Stunden mit ihr zu unterhalten.« Der Schreiber dieses Briefes ist Franz Liszt, der als reisender Virtuose 1847 ein Konzert in Kiew gab und dort die Fürstin Carolyne zu Sayn-Wittgenstein kennenlernte. Beide waren auf Anhieb voneinander fasziniert und beschlossen, zu heiraten. Allerdings war der Weg bis zur Heirat lang und beschwerlich, denn Carolyne musste erst beim russischen Zaren die Scheidung von ihrem ersten Ehemann erwirken. 1853 komponierte Liszt in Vorfreude auf die baldige Hochzeit seine schwungvolle Sinfonische Dichtung »Festklänge«, in der er seiner zukünftigen Braut ein Denkmal setzte. Der Traum von der geplanten Hochzeit zerschlug sich zwar, da der Papst seinen Dispens zurückzog, doch das Werk zeugt noch heute von dieser innigen Beziehung, die überhaupt erst dafür sorgte, dass Liszt sich konzentriert seinen eigenen Kompositionen widmete.

»Träume von einer Winterreise« inspirierten hingegen den 26-jährigen Peter Tschaikowsky zu seiner Ersten Sinfonie, die erst 1868 in Moskau uraufgeführt wurde und mittlerweile zu seinen beliebtesten Werken zählt. Gleich der erste Satz weckt bereits Assoziationen an eine heitere Schlittenfahrt, während der zweite Satz die schwermütige Weite der russischen Landschaft beschwört. Trotz seines eher westlich geprägten Kompositionsstils verzichtete Tschaikowsky nicht darauf, auch ein Volkslied aus seiner Heimat einzubauen: Der letzte Satz der Sinfonie basiert auf dem russischen Lied »Blumen blühten« und steigert sich am Schluss zu einem rasenden Tanz, der das wirbelnde Treiben russischer Volksfeste geradezu greifbar werden lässt.

Als letzter Klassiker der russischen Musik gilt Alexander Glasunow, dessen Rolle in der russischen Musik oft mit der von Johannes Brahms in der deutschen verglichen wird, nämlich als die eines Bewahrers von Traditionen in einer Zeit der Umbrüche. Die Uraufführung von Alexander Glasunows Violinkonzert a-Moll am 19. Februar 1905 fiel allerdings in eine Zeit heftigster Umwälzungen und wäre fast zur Katastrophe geworden, denn am selben Tag wurde der Großfürst Sergej Alexandrowitsch ermordet, weshalb der Komponist befürchtete, das Konzert würde abgesagt. Doch die Aufführung fand statt, und das Konzert, das zu den virtuosesten und schwierigsten in der Violinliteratur gehört, begeistert die Zuhörer bis heute.


Foto © Jochen Quast

Konzert
Dirigent Matteo Beltrami
Violine Carlos Johnson