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3. Sinfoniekonzert
»Aber das Leben geht weiter«
Arnold Schönberg (1874-1951)
Klavierkonzert op. 42

Anton Bruckner (1824-1896)
Sinfonie Nr. 7 E-Dur WAB 107


1942 bat Oscar Levant, ein amerikanischer Pianist, Arrangeur, Komponist und Schauspieler, den meisten Leuten bekannt durch seine Rolle in »Ein Amerikaner in Paris«, seinen Lehrer Arnold Schönberg, ihm ein Klavierstück zu schreiben. Schönberg, der vor den Nazis geflohen war, lebte seit 1933 in den USA. Dort unterrichtete er an der University of California in Los Angeles, was ihm ein bescheidenes Auskommen ermöglichte. Anstelle eines Klavierstückes schrieb er jedoch das Klavierkonzert op. 42 und verlangte obendrein ein höheres Honorar als zuvor ausgemacht. Aufgeführt wurde das Konzert letztlich 1944 von Eduard Steuermann, der u. a. auch schon Schönbergs »Pierrot lunaire« zur Uraufführung gebracht hatte. Die vier Sätze des Konzertes, die nahtlos ineinander übergehen, waren ursprünglich vom Komponisten mit einzelnen Titeln überschrieben, die sich nicht nur auf das Lebensgefühl und die politische Situation bei Ausbruch des damaligen Krieges beziehen lassen: Die scheinbare Idylle der Wiener Jahre drückt sich im heiteren Walzertakt des ersten Satzes (Das Leben war so angenehm) aus, auf den ein stürmisch-aggressives Scherzo folgt, das dem Titel Aber plötzlich brach Hass aus entspricht. Nach einem bedrohlichen Adagio (Es ergab sich eine ernste Lage) endet das Werk jedoch überraschend mit der Erkenntnis Aber das Leben geht weiter – die nicht von ungefähr in Form eines Rondos, also eines bei aller Veränderung stets wiederkehrenden Themas, vorgestellt wird.

Das ewige Auf und Ab des Lebens steht auch bei Bruckners Siebter Sinfonie im Zentrum. Begonnen 1881 und vollendet im Herbst 1883, wurde sie zum Schlüsselwerk für den späten Durchbruch des Komponisten, der bei der Uraufführung 1884 in Leipzig immerhin schon sechzig Jahre alt war. Er hatte zuvor zwar schon mehrere Sinfonien geschrieben, doch die Anerkennung wurde ihm erst mit der Siebten zuteil, nach welcher der Dirigent Hermann Levi ihn als »den größten Symphoniker nach Beethovens Tod« bezeichnete. Das feierliche Adagio des zweiten Satzes, in dem Bruckner erstmals die Wagnertuba verwendet, bezog er nach eigenen Worten aus der Vorahnung von Wagners baldigem Ableben. Doch Wagners Tod geriet Bruckner zum Triumph, da die Wagner-Jünger ihn fortan dem ebenfalls als Beethoven- Nachfolger propagierten Johannes Brahms entgegensetzten. Jenseits solcher Grabenkämpfe besticht die Sinfonie unter anderem durch das strömende Hauptthema des ersten Satzes, das Bruckner angeblich eines Nachts von dem Geiger Ignaz Dorn eingegeben wurde: »Pass auf«, sagte er, »mit dem wirst du dein Glück machen.« Und so kam es.


Foto © Jochen Quast

Konzert
Dirigent Ryusuke Numajiri
Klavier Mari Kodama