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1. Sinfoniekonzert
Märchen aus fernen Ländern
Igor Strawinsky (1882-1971)
»Der Feuervogel«

Akira Miyoshi (1933-2013)
Konzert für Klavier und Orchester

Igor Strawinsky (1882-1971)
»Petruschka« (revidierte Fassung von 1947)


Zum Auftakt der neuen Konzertsaison entführen wir Sie in die sagenhaften Zauberwelten ferner Länder: In Igor Strawinskys Ballett »Der Feuervogel« sind gleich mehrere russische Märchen kunstvoll miteinander verwoben zur Geschichte des Zarewitsch Iwan, der dem goldgefiederten Feuervogel begegnet, mit seiner Hilfe den bösen Zauberer Kaschtschej besiegt und die von diesem gefangengehaltenen Prinzessinnen erlöst. Strawinsky, damals noch ein junger unbekannter Komponist, schrieb das Werk für die Truppe der Ballets Russes von Sergej Diaghilew und seinem Choreographen Michail Fokin, die ab 1909 in Paris für Furore sorgten und für die Entwicklung der gesamten europäischen Musik bedeutsam wurden. 1910 wurde das Ballett in Paris uraufgeführt und machte den Komponisten über Nacht berühmt.

Gleich als nächstes Auftragswerk nach diesem Triumph entstand die Burleske »Petruschka«, die 1911 ebenfalls in Paris uraufgeführt wurde und der größte Erfolg der Ballets Russes werden sollte. »Bei dieser Arbeit hatte ich die hartnäckige Vorstellung einer Gliederpuppe, die plötzlich Leben gewinnt und durch das teuflische Arpeggio ihrer Sprünge die Geduld des Orchesters so sehr erschöpft, dass es sie mit Fanfaren bedroht. Daraus entwickelt sich ein schrecklicher Wirrwarr, der auf seinem Höhepunkt mit dem schmerzlichklagenden Zusammenbruch des armen Hampelmannes endet«, schrieb Strawinsky in seinen Memoiren. Petruschka ist der Name des Kasperle im russischen Puppentheater, wie es früher auf den Jahrmärkten zu sehen war. Auf einem solchen Jahrmarkt mit Schaubuden und Puppenspiel beginnt die Geschichte von Petruschka, der sich in eine andere Puppe, die Ballerina, verliebt und von seinem Widersacher, dem Mohren, umgebracht wird. Doch wenn sich die Menschenmenge verlaufen hat, erscheint über dem Puppentheater der Geist Petruschkas und triumphiert.

Aus dem sagenumwobenen Fernen Osten, nämlich aus Japan, stammt Akira Miyoshi, einer der wichtigsten japanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, der zudem mehrere Standardwerke zur japanischen Musikdidaktik verfasste. Während Strawinsky auf bahnbrechende Weise russische und westliche Elemente in seiner Musik miteinander verband, ist Miyoshi bekannt für seinen persönlichen Stil, der Einflüsse des französischen Impressionismus, von Maurice Ravel und Henri Dutilleux, bei dem er in Paris Komposition studierte, mit japanischen Elementen kombiniert. Besonders deutlich wird dies in seinem Klavierkonzert von 1962, in dem Miyoshi auf ganz eigene Art Klangmotive fortspinnt und mit den typischen Rhythmen traditioneller japanischer Musik verschmilzt.


Foto © Jochen Quast

Konzert
Dirigent Ryusuke Numajiri
Klavier Yu Kosuge