Home    Termine    Spielzeit    Ensemble    Theaterpädagogik    Service    Kartenkauf online    Extras
9. Sinfoniekonzert
Paul Hindemith (1895-1963)
»Sinfonische Metamorphosen
nach Themen von Carl Maria von Weber«

Richard Strauss (1864-1949)
Hornkonzert Nr. 2 Es-Dur op. 132

Richard Strauss
»Tod und Verklärung« op. 24


Paul Hindemiths »Sinfonische Metamorphosen « sind wie kaum ein anderes Werk geeignet, auch skeptische Hörer für die »moderne Musik« im 20. Jahrhundert zu begeistern. Und das, obwohl dem in Hanau geborenen Komponisten bis heute unberechtigter Weise das Etikett eines angeblich »Vergrübelten« anhaftet. Wer Hindemith pauschal als »spröde« bezeichnet, hat vermutlich noch nicht viel Musik des universell gebildeten Musikers gehört, der auch als Bratschist, Musiktheoretiker und Dirigent große Erfolge feierte. 1940 sollte Hindemith auf Bitten des Choreographen Léonide Massine für ein Ballett Werke Carl Maria von Webers instrumentieren. Eine reine Instrumentation war für Hindemith uninteressant und so zerschlug sich der Plan zunächst. 1943 nahm er die Arbeit an dem Werk wieder auf und schuf durch brillante Orchestrierung, verdichtete Harmonik und parodistische Umdeutungen ein Paradestück geistreich-spielerischer Verfremdung. Nach eigener Aussage habe er die Weber-Vorlagen einzig »ein bisschen schärfer gemacht«.

Musste Hindemith als von den Nationalsozialisten verfemter Komponist über die Schweiz in die USA emigrieren, machte Richard Strauss u. a. als Präsident der Reichsmusikkammer (1933–1935) weiterhin in Deutschland Karriere. Mitten im Zweiten Weltkrieg komponierte Strauss sein klassizistisches 2. Hornkonzert – 60 Jahre nach seinem ersten Gattungsbeitrag. Eingeschlossen in Garmisch, versuchte Strauss die Schrecken des Zweiten Weltkrieges mit kulturphilosophischen Meditationen über Mozart und die Wiener Klassik zu übers(t)ehen und kehrte damit musikalisch zu seinen Anfängen in München zurück. Durch die genaue Auslotung der spieltechnischen und expressiven Möglichkeiten des Soloinstruments gehören beide Hornkonzerte bis heute zum Standardrepertoire großer Hornisten. Nachdem die Saison mit Mahlers »Auferstehungssinfonie« begonnen hat, steht am Ende ein weiteres die eschatologische Dimension des Daseins betrachtendes Werk auf dem Programm – allerdings mit gänzlich anderem Charakter. Strauss hat 1890 in seiner berühmten Tondichtung die letzten Stunden eines Erdenlebens beschrieben: »Der Kranke liegt im Schlummer, schwer u. unregelmäßig atmend; freundliche Träume zaubern ein Lächeln auf das Antlitz des schwer Leidenden; der Schlaf wird leichter, er erwacht, grässliche Schmerzen beginnen ihn wieder zu foltern, das Fieber schüttelt seine Glieder – als der Anfall zu Ende geht, gedenkt er seines vergangenen Lebens …«.


Foto © Olaf Malzahn

Konzert
So
07/06/20
11.00 Uhr
Musik- und Kongresshalle, Konzertsaal

Mo
15/06/20
19.30 Uhr
Musik- und Kongresshalle, Konzertsaal

Dirigent Andreas Wolf
Horn Felix Klieser