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8. Sinfoniekonzert
Peter Tschaikowsky (1840-1893)
Fantasie-Ouvertüre »Romeo und Julia«

Mieczysław Weinberg (1919-1996)
Violinkonzert g-Moll op. 67

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93


Shakespeares berühmteste Tragödie »Romeo und Julia« war Vorlage für Peter Tschaikowskys 1869 entstandene Fantasie- Ouvertüre gleichen Namens. Sie folgt dem Stück nicht wörtlich, sondern versucht durch Charakterisierung einiger Hauptfiguren und Handlungselemente daraus eine kontrastreiche Atmosphäre und intensiven Ausdrucksgehalt zu gewinnen. Tschaikowsky schuf in seinem ersten Meisterwerk eine 20-minütige Musik von höchster Intensität und Aussagekraft.

Kaum einem Komponisten ist in letzter Zeit eine solche Wiederentdeckung zuteilgeworden wie dem polnisch-jüdischen Mieczysław Weinberg. Geboren 1919 in Warschau, erlitt Weinberg die Schrecken des 20. Jahrhunderts. 1939 brach er seine Studien in Warschau ab und floh beim deutschen Überfall auf Polen über Minsk und Taschkent nach Moskau. Seine jüdische Familie wurde ermordet. 1943 schickte Weinberg seine 1. Sinfonie an Schostakowitsch, der ihn daraufhin tief beeindruckt nach Moskau einlud. Weinberg ließ sich dort nieder und lebte bis zu seinem Tode in der russischen Hauptstadt als freischaffender Komponist. Schostakowitsch und Weinberg wurden enge Freunde. Erst mit der verspäteten szenischen Uraufführung von Weinbergs Oper »Die Passagierin« 2010 in Bregenz wurde die Bedeutung und Wichtigkeit der Werke des Komponisten allmählich erkannt. Wurden seine Werke bislang in keinem Standardkonzertführer besprochen, ist dank umfassender CDEinspielungen mittlerweile klar, welch ein Schatz mit der Musik Weinbergs zu heben ist. Sein Violinkonzert entstand im Jahr 1959 und wurde Leonid Kogan gewidmet. Schostakowitsch schrieb über das Konzert, dass er »sehr beeindruckt von diesem fabelhaften Werk« sei.

Die 10. Sinfonie war Schostakowitschs erste sinfonische Arbeit seit 1945 und seit seiner Demütigung infolge der »antiformalistischen« Säuberungen von 1948, bei der er seiner Lehrämter in Moskau und Leningrad enthoben wurde. In der Zeit zwischen 1945 und dem Tode Josef Stalins am 5. März 1953 repräsentierte Schostakowitsch die Sowjetunion in einer Reihe sogenannter »internationaler Friedenskongresse «. Solomon Wolkow schrieb, die 10. Sinfonie handle von »Stalin und den Stalin-Jahren«. Diese Theorie wird jedoch bis heute diskutiert. Der Ton des Werks hat nichts mehr von Spott und Leichtigkeit. Es ist ein Ton der Trauer und der Klage.


Foto © Olaf Malzahn

Konzert
So
17/05/20
11.00 Uhr
Musik- und Kongresshalle, Konzertsaal

Mo
18/05/20
19.30 Uhr
Musik- und Kongresshalle, Konzertsaal

Dirigent N.N.
Violine Benjamin Schmid