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3. Sinfoniekonzert
Ein Trost für die Lebenden
Johannes Brahms (1833-1897)
»Ein deutsches Requiem«
nach Worten der Heiligen Schrift, op. 45


»Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.« Gleich zu Beginn formuliert Johannes Brahms die zentrale Aussage seines »Deutschen Requiems« und macht deutlich, dass in seinem Trauerstück die Lebenden, nicht die Verstorbenen, im Mittelpunkt stehen. Nachdem er selbst zwei schmerzliche Erlebnisse zu verwinden hatte – die langwährende Krankheit seines Mentors Robert Schumann und dessen darauffolgenden Tod in einer Nervenheilanstalt 1856 sowie den Tod seiner eigenen Mutter 1865 –, verarbeitete Brahms seine Trauer in einem Requiem. Im Februar 1867 schreibt er darüber an einen Freund: »Ich habe nun meine Trauer niedergelegt und sie ist mir genommen; ich habe meine Trauermusik vollendet als Seligpreisung der Leidtragenden.«

»Requiem« im ursprünglichen Sinn bezeichnet die Heilige Messe für Verstorbene, wobei traditionell der lateinische Text dominiert. Brahms’ Stück ist jedoch nicht für den liturgischen Gebrauch konzipiert. Er selbst wählte die Bibelstellen aus, stellte sie zusammen und entschied sich für die deutsche Sprache. Der Auferstehungsgedanke fehlt, im Mittelpunkt stehen Trost spendende Bibelverse, welche den Menschen Halt bieten sollen. Dieser Grundgedanke zieht sich auch durch die Anlage des Stückes. Während die ersten vier Sätze von den Themen Tod und Vergänglichkeit geprägt sind, repräsentieren die sich anschließenden vier Sätze Zuversicht, Trost und den Glauben an ein ewiges Leben. Die Mitte des Werkes, der vierte Satz, markiert dabei den Ruhepunkt, welcher in eine erlösende Gewissheit überleitet.

Die vollständige Uraufführung des »Deutschen Requiem« in der siebensätzigen Fassung, wie sie auch heute zu hören ist, fand im Februar 1869 im Leipziger Gewandhaus statt. Es machte den erst 35-jährigen Brahms schlagartig im deutschsprachigen Raum berühmt und zählt bis heute zu seinen bekanntesten und am häufigsten aufgeführten Kompositionen. Der Musikwissenschaftler Michael Heinemann begründet den Erfolg des Werkes in seiner Allgemeingültigkeit: »Das Deutsche Requiem ist keine Gedächtnismusik und keine Hommage – viel eher eine musikalische Meditation über den Tod, nicht gebunden an einen singulären Trauerfall und eben darum für jeden einzelnen ein Angebot, sich mit den ›letzten Dingen‹ auseinanderzusetzen.«


Foto © Olaf Malzahn

Konzert
So
25/11/18
11.00 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Mo
26/11/18
19.30 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Do
29/11/18
20.00 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg

Dirigent Andreas Wolf
Sopran Christiane Oelze
Bariton Detlef Roth
Chöre Chor des Theater Lübeck (Leitung: Jan-Michael Krüger), Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg