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1. Sinfoniekonzert
Im Feenreich der Verwandlungen
Carl Maria von Weber (1786-1826)
»Oberon«-Ouvertüre

Franz Liszt (1811-1886)
Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur

Johannes Brahms (1833-1897)
Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90


Musik ist Magie und imstande, uns Zugang zu ungeahnten Welten zu verschaffen. Hier, im unsichtbaren Wunderreich der Feen und Elfen, erwartet Sie Geisterkönig Oberon. Wenn sein Zauberhorn ertönt, ist dies das Signal: Vor Ihrem inneren Auge entrollt sich ein prachtvolles tondichterisches Gemälde, das die phantastische Geisterwelt mit der schillernden Folklore des Orients und mittelalterlichem Rittertum verbindet. Carl Maria von Weber löste mit seiner romantischen Feenoper »Oberon«, die 1826 in London mit stürmischem Erfolg uraufgeführt wurde, ein wahres »Oberon-Fieber« aus. Inhaltlich folgte er dabei neben Shakespeares »Sommernachtstraum« dem Epos von Christoph Martin Wieland, das außer dem sagenhaften Geisterkönig und seiner Gattin Titania auch Episoden von fahrenden Rittern, Piraten und einer orientalischen Prinzessin erzählt. Der gesamte musikalische Kosmos wird bereits in der Ouvertüre vorgestellt, in der sieben Motive der Oper aus einem einzigen Motiv heraus entwickelt werden: aus Oberons Hornruf, der die Tore zur Phantasie öffnet.

Dem Prinzip der Entwicklung kunstvoller Verwandlungen eines einzigen Themas folgt auch das zweite Klavierkonzert von Franz Liszt. Der Komponist arbeitete fast dreißig Jahre daran; selbst nach der Uraufführung 1857 arbeitete er das Werk mehrfach um. Dessen Besonderheit liegt in der innovativen Form: Alle sechs Sätze des Konzertes gehen nahtlos ineinander über, statt wie damals allgemein üblich klar voneinander getrennt zu sein. Liszt überträgt hier die neuartige und lockere Form der Sinfonischen Dichtung auf die Konzertform. Inneren Zusammenhalt erlangt das Werk dabei durch ein bis fast zur Unkenntlichkeit weiterentwickeltes Thema, das die gesamte Komposition durchzieht und vom Hörer oft sogar nur unbewusst wahrgenommen wird.

Feenhafte Illusion und Sinnestäuschung kennzeichnen wiederum die 3. Sinfonie von Johannes Brahms, die 1883 in Wien uraufgeführt wurde. Brahms entwickelt hier nicht nur eine Fülle von Metamorphosen aus einem grundlegenden »Keimmotiv«, sondern spielt zudem bewusst mit den Hörgewohnheiten des Publikums, indem er die Sinfonie hartnäckig zwischen den Tonarten changieren lässt und bald von der traditionell mit ländlicher Idylle assoziierten Tonart F-Dur zum klagenden f-Moll wechselt. Clara Schumann war von dem Werk so beeindruckt, dass sie begeistert an Brahms schrieb: »Wie ist man von Anfang bis Ende umfangen von dem geheimnisvollen Zauber des Waldlebens! Ich könnte nicht sagen, welcher Satz mir der liebste?«


Foto © Olaf Malzahn

Konzert
So
16/09/18
11.00 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Mo
17/09/18
19.30 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Dirigent Ivo Hentschel
Klavier LukᚠVondráček