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Neujahrskonzert
Feuertrunken!
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125


»Die Neunte« – keine Sinfonie besitzt wohl mehr Ansehen, Prestige und Geschichte, sodass jeder sofort weiß, welche gemeint ist. Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie überschritt Grenzen, zum ersten Mal setzte er Singstimmen und Chor in einer Sinfonie ein und gerade die Vertonung von Schillers Ode »An die Freude« sollte in die Geschichte eingehen. Allen voran im 20. Jahrhundert entwickelte sie sich zum Symbol des Friedens; seit 1985 als offizielle Hymne der Europäischen Union, begleitete sie auch als westdeutsche Ersatznationalhymne 1989 den Fall der Berliner Mauer.

Beethoven arbeitete unter dem künstlerischen Credo »Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie «, und diese Auffassung zeigt sich besonders in seiner Neunten Sinfonie. Vor allem das Finale wird zum Sprachrohr von Ideen und Visionen, zum Verkünder einer Botschaft. Dabei setzte er Klangmassen ein, die sonst so nur in Oratorien oder Opern zum Einsatz kommen. Bei all der Fokussierung auf das Chorfinale, mit dem Beethoven die Grenzen der eigentlich rein instrumentalen Gattung Sinfonie nachhaltig sprengte, wird gerne vergessen, dass diesem noch drei weitere Sätze vorausgehen. Und auch sie stellten Beethovens bisheriges Schaffen in den Schatten: »Kein Kopfsatz, den man sich monumentaler, kein Scherzo, das man sich wilder und bacchantischer denken könnte, kein Adagio, dem ein größeres Maß an Beseeltheit und Versunkenheit innewohnte«, fasst es Martin Geck zusammen.

Beethoven verwirklichte auf Notenpapier sein Ideal, unbekümmert um technische Möglichkeiten und zeitliche Dimensionen; sorglos überschreitet er die 60-Minuten-Schwelle. Die Bedeutung dieser Sinfonie für die Musikgeschichte ist immens: Sie wurde später zum Wegbreiter für Gustav Mahlers monumentale Sinfonien. Als Anton Bruckner die Neunte Sinfonie von Beethoven zum ersten Mal hörte, wurde dies sogar zum Auslöser seines sinfonischen Schaffens.

»Seid umschlungen, Millionen. Diesen Kuss der ganzen Welt«, eine Sinfonie, seit ihrer Uraufführung im Mai 1824, als Überbringer von Werten wie Gemeinschaft, Frieden, Freiheit und nicht zuletzt Hoffnung. Weltweit wird die Neunte Sinfonie am Neujahrstag gespielt – um sich genau auf diese Werte zurückzubesinnen.


Foto © Olaf Malzahn

Konzert
Mo
01/01/18
18.00 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Dirigent Roman Brogli-Sacher
Solisten des Theater Lübeck
Chöre Chor des Theater Lübeck (Ltg. Jan-Michael Krüger), Lübecker Singakademie (Ltg. Gabriele Pott)