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8. Sinfoniekonzert
Erblühen und Entgleiten
Jean Sibelius (1865-1957)
Frühlingslied op. 16

Gustav Mahler (1860-1911)
Lieder eines fahrenden Gesellen

Jean Sibelius
»Der Schwan von Tuonela«

Robert Schumann (1810-1856)
Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38, »Frühlingssinfonie«


Auf der Schwelle zum Sommer beschäftigt sich dieses Konzert mit den einzelnen Facetten des Frühlings. Denn dass einen inmitten von überschäumender Lebenslust, Blütenrausch und Farbenpracht auch wehmütige Gefühle und Gedanken zum Kreislauf des Lebens anfassen können, das wusste schon Jean Sibelius: So erschien sein »Frühlingslied«, das 1903 in Helsinki in der heutigen Form uraufgeführt wurde, unter dem Titel »La tristesse du printemps« (Frühjahrsmelancholie) im Druck. Das Nebeneinander von Leben und Tod, Schönheit und Vergänglichkeit schwingt auch in Sibelius’ wohl bekanntestem Werk, der Lemminkäinen-Suite mit, die dem Kalevala-Epos, der finnischen Nationaldichtung, folgt und vier Tondichtungen enthält, die Sibelius selbst als Legenden bezeichnete. »Der Schwan von Tuonela« ist das bekannteste Stück daraus und erzählt von Tuonela, dem Reich des Todes, das von einem breiten Fluss mit schwarzem Wasser umgeben ist. Auf diesem Fluss zieht ein Schwan majestätisch dahin, musikalisch verkörpert vom Englischhorn, dessen Solo eine der berühmtesten Stellen in Sibelius’ Werk darstellt.

Bei Gustav Mahler wiederum nimmt der Frühling neben Aufbruchsstimmung und naiver Lebensfreude auch die Züge eines nicht eingelösten Versprechens an. In den vier »Liedern eines fahrenden Gesellen«, die in den 1880er- Jahren als Lied mit Klavierbegleitung entstanden, aber etwa zur selben Zeit zur Aufführung kamen wie Sibelius’ zwei Kompositionen, wandert der Geselle nur bedingt fröhlich in den vollen Frühling hinein: Schnell wandelt sich die freudige Stimmung in Trauer und Verzicht. Es ist eine von Mahlers schönsten, berührendsten und auch persönlichsten Kompositionen – nicht von ungefähr griff Mahler seine Lieder in seinen ersten Sinfonien wieder auf.

Kompromisslos heiterer Frühling herrscht dagegen bei Robert Schumanns Erster Sinfonie, die 1841 innerhalb von nur vier Tagen entstand: »Ich schrieb die Sinfonie, wenn ich sagen darf, in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt und in jedem Jahr von neuem überfällt«, so Schumann selbst über die beglückende Arbeit an jenem Werk, das zu Recht den Beinamen »Frühlingssinfonie« trägt. Die einzelnen Satzüberschriften (»Frühlingsbeginn – Abend – Frohe Gesellen – Voller Frühling «) sind bezeichnend für den Charakter der gesamten Sinfonie, die zu rufen scheint: »Auf ins Leben!«


Foto © Olaf Malzahn

Konzert
So
10/06/18
11.00 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Mo
11/06/18
19.30 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Dirigent Andreas Wolf
Solist Gerard Quinn