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1. Sinfoniekonzert
Erinnerung und Neubeginn
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Ouvertüre »Die Weihe des Hauses« op. 124

Violinkonzert D-Dur op. 61

Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92


Vor 120 Jahren wurde das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck gegründet – Grund für einen besonderen Saisonauftakt. Daher beginnen wir wie weiland im Gründungskonzert 1897 die Spielzeit mit Beethovens »Weihe des Hauses«, einem Werk, das wie kein anderes für Erneuerung und alten Glanz steht. Die effektvolle Ouvertüre, die dem Hörer zu Beginn eine aus der Ferne näherkommende Marschprozession suggeriert, wurde 1822 zur Einweihung des Josefstädter Theaters uraufgeführt und begeistert bis heute. Herzstück des Konzertes ist Beethovens Violinkonzert, das einzige, das er geschrieben hat, und doch zugleich ein Meilenstein dieser Gattung. Damals dominierte die französische Violinschule, deren Merkmale Beethoven zwar aufgriff, ohne aber allein auf virtuose Wirkung abzuzielen. Vielmehr entwickelte Beethoven die einzelnen Sätze wie ein Zwiegespräch zwischen Soloinstrument und Orchester, aus dem sich die Violine als führende Stimme immer wieder herauslöst.

Ebenfalls Teil des ersten Konzertes von 1897 war Beethovens Siebte Sinfonie, die er selbst als »das Nonplusultra in der Kunst« bezeichnete und die zu einem seiner glänzendsten Erfolge wurde. Ihr strahlend-festlicher Charakter trug dazu bei, dass im Laufe der Jahrhunderte die unterschiedlichsten Programme hineingelesen wurden: Mal hörte man ein antikes Rebenfest, mal eine maurisch-spanische Hochzeitsfeier oder gar Szenen aus »Wilhelm Meister«. Wie unmittelbar die tänzerischen Rhythmen insbesondere des Scherzos auf den Hörer wirken, zeigt die Episode, von der Richard Wagners Sohn Siegfried berichtet: Während Wagners Schwiegervater Franz Liszt im Salon einer Reihe von Bewunderern die genannte Sinfonie auf dem Klavier vorspielte, sahen Wagners Kinder plötzlich mit Staunen ihren Vater eintreten und »von Liszt und den Zuhörenden unbemerkt in der geschicktesten und anmutigsten Weise tanzen.« Wagner traf denn vielleicht auch am besten das Wesen dieses Werkes, als er es als »Apotheose des Tanzes« bezeichnete. Ungewöhnlich ist aber nicht nur das Werk an sich, sondern auch seine Geschichte. Die abenteuerlich verschlungenen Wege, die Beethovens Partitur nahm, sorgten dafür, dass jetzt erstmalig die Faksimile-Ausgabe davon erscheint, die im Rahmen des Konzertes von Professor Oliver Korte vorgestellt und dem Orchester überreicht werden wird.


Foto © Olaf Malzahn

Konzert
So
01/10/17
11.00 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Mo
02/10/17
19.30 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Dirigent Erich Wächter
Violine Laurent Albrecht Breuninger