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Ariodante

»[›Ariodante‹] ist ein Fest für die Sinne, dessen Akteure am Ende anhaltend bejubelt wurden. [...]
Regisseur Wolf Widder zeigt ›Ariodante‹ als Rollensuche und Zurechtfinden in Beziehungen. Es ist ein hartes Ringen, das zwei Tänzer (Martin Ruppel, Alexander Wilbert) zum Entzücken des ballettentwöhnten Lübecker Publikums als Animus und Anima begleiten. [...] Es ist eine stimmige Inszenierung, die nicht viel braucht, um Liebe und Leid, Gefahr und Rettung, Traum und Wirklichkeit zu begleiten (Ausstattung: Pierre Albert). [...] Man vermisst nichts, im Gegenteil: Das Buch der Wunder ist aufgeschlagen, auch, weil das singende Personal sich herrlich spielfreudig zeigt. [...] was sich dort an Stimmen versammelt und miteinander harmoniert, bringt den Rahmen eines Stadttheaters zur Explosion. Wioletta Hebrowska brilliert als Ariodante, Evmorfia Metaxaki als seine Ginevra. Andrea Stadel glänzt als Zofe Dalinda, die am Ende zum gut aufgelegten Lurcanio (Daniel Jenz) findet. Die große Kunst, das Böse auf die Stimmbänder zu geben, präsentiert Romina Boscolo als Polinesso. Im Orchestergraben lässt Andreas Wolf derweil die musikalische Welt des 18. Jahrhunderts erstehen.«

(shz)

 

 

 

»Nichts lenkt ab von der Konzentration auf die Musik und auf die Konflikte und Probleme, die in dieser Oper verhandelt werden. Das ist eines der großen Verdienste dieser Inszenierung. [...] Die großen und die kleinen Gänge sind immer dicht an der Musik, ausgetüftelt bis in die kleinste Bewegung: große Theaterkunst. Zum wunderbaren Gesamteindruck trägt auch die Choreografie von Kati Heidebrecht bei. Ariodante ist eine Oper mit vielen Tanzszenen. Kati Heidebrecht reduziert das Ballett auf zwei Tänzer (Martin Ruppel und Alexander Wilbert), die die Handlung wie ein Chor in der griechischen Tragödie immer wieder kommentieren und dabei das männliche und das weibliche Prinzip verkörpern. [...] Was diesen Abend aber vor allem zum Erlebnis macht, ist die Pracht der Stimmen. Allen voran Wioletta Hebrowska in der Titelpartie: Bei ihr sitzen in den halsbrecherischen Koloraturen die Töne perfekt, nichts wirkt angestrengt. Wie die Mezzosopranistin ihre große Klage-Arie in liegender Position singt, ist bewundernswert. Evmorfia Metaxaki als Ginevra ist ihr eine kongeniale Partnerin. Ihr Sopran ist heller gefärbt, auch sie singt sicher uns strahlend. Darstellerisch gelingt ihr der Wandel von überschäumendem Glück zur tiefsten Verzweiflung ganz fabelhaft. Die Harmonie der Stimmen von Evmorfia Metaxaki und Wioletta Hebrowska in den Duetten ist an Wohlklang kaum zu übertreffen. Mit Kraft und Ausdruck gestaltet Andrea Stadel die Partie der Dalinda. Romina Boscolo als dämonischer Polinesso überzeugt mit darstellerischer Präsenz und mit einer Alt-Stimme, die keine Grenzen zu kennen scheint. In der tiefsten Tiefe voll und mächtig, in den Spitzentönen sicher und niemals scharf - das ist sängerische Urgewalt gepaart mit Eleganz. In den Nebenrollen überzeugen Daniel Jenz als Lurcanio, Seokhoon Moon als König und Hyungseok Lee als Odoardo. Andreas Wolf führt die Lübecker Philharmoniker zu einer ausgezeichneten Leistung. Mit zügigen Tempi nimmt er die Schwere aus vielen Passagen, seine Begleitung des Sänger-Ensembles ist beispielhaft. Das Orchester klingt, als würde es täglich Barockmusik spielen, dieser Orchesterklang ist ein Erlebnis für sich. Am Ende gab es Ovationen für alle Beteiligten. Wieder ein großer Wurf des Lübecker Theaters.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Furios ist auch die Musik. Was Andreas Wolf am Pult der kleinbesetzten Lübecker Philharmoniker an barockem Drive und ruhiger Intensität entwickeln lässt, trägt die Interpretation zu Spitzenleistungen, die das Premierenpublikum immer wieder zu spontanem Beifall auf offener Szene hinrissen. [...] Allerdings sind es just die feinen Weisen wie das Largo ›Mi palpita il core‹, mit denen Evmorfia Metaxaki ihren Sopran fein ausschwingen und am Schicksal Ginevras mitfühlen lässt. [...] Widder braucht wenige Accessoires, um Akteure und Aktion auf fast leerer Bühne zu interpretieren. Hier schafft Pierre Albert Atmosphäre mit phantasievoll-zeitlosen Gesellschaftskostümen. Nach dem ersten anrührenden Liebesduett singt Wioletta Hebrowska in der ›Amor‹-Arie die Enttäuschung des Ariodante mit rasenden Koloraturen heraus - erneut beweist die Mezzosopranistin con bravoura, warum sie Liebling im Ensemble ist. Andrea Stadel zeigt in der Partie der Dalinda einmal all ihre stupende Technik, zumal mit der heftigen Blitz-und-Donner-Arie. Vierte im furiosen Damenquartett (und einziger Gast) ist Romina Boscolo und überwältigt als infamer Polinesso mit der ungewöhnlichen Skala vom orgelnden Kontra-Alt bis in den Spitzenschrei. Alle überzeugen sie auch durch ausdrucksvolles Spiel.«

(GüZ/Lübecker Stadtzeitung)

 

 

 

»Mit einer ausgefeilten, durchdachten und geistig klaren kammermusikalischen Interpretation bringt er Thema und Musik bestens zur Geltung. [...] Das Philharmonische Orchester spielte unter Leitung von Andreas Wolf inspiriert, einfühlsam, auch auftrumpfend - so, als habe es sich schon lange auf Barockmusik spezialisiert. Die Premiere war auch ein Abend für Wioletta Hebrowska. Sie sang die Titelpartie mit unglaublicher Präzision. Die kraftzehrenden Koloraturen und Verzierungen der Arien saßen auf dem Punkt. [...] Aber der Sopran von Frau Metaxaki strahlte, hatte Ausdrucksstärke. Das Duett der Liebenden im Schlussbild ergab ein perfektes Miteinander. Andrea Stadel als Dalinda zeichnete mit großer Stimme und intelligentem Spiel den Stimmungsumschwung nach, den die Rolle verlangt. Daniel Jenz konnte seinen Tenor in Wut, Schmerz und Liebeszauber bestens einsetzen. Eine starke Stimme von unglaublich großem Umfang brachte die italienische Kontra-Altistin Romina Boscolo als Polinesso mit. Sie singt Mezzorollen ebenso wie tiefste Altpartien. Auch sie ein Erlebnis! Seokhoon Moon (König) und Hyungseok Lee (Berater) sangen die Partien sicher und klangschön.«

(HL-live)

 

 

 

»Eine schlüssige, lebendige Inszenierung mit überzeugender Personenregie von Wolf Widder mit einer farbenfrohen Ausstattung von Pierre Albert und, nicht zu vergessen, die stimmige, sehr einfallsreiche und mitunter artistisch anmutende Choreographie von Kati Heidebrecht.
Andreas Wolf gelang es mit dem Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck, einen exzellenten Händelklang zu entfalten, wobei die charakteristischen, Barock-typischen Merkmale dieser Musik detailliert herausgearbeitet wurden. [...] Wioletta Hebrowska war als Ariodante mit ihren grandios ausgeformten Koloraturen und ihrer einfühlsamen Interpretation, sowohl in den dramatischen, wie auch in den lyrischen, verinnerlichten Passagen (Lamento im 2. Akt) einer der Höhepunkte dieser Premiere. Ihr zur Seite sang Evmorfia Metaxaki mit ihrem lyrischen, virtuosen und hervorragend platzierten, charmanten Sopran eine großartige Ginevra. Andrea Stadel, vom Stimmtypus her, eher lyrischer, gab eine imposante, auch in den Koloraturpassagen bestechend gute Dalinda. Romina Boscolo (Hosenrolle) hatte als Polinesso ein tiefes, voll tönendes, erotisches Timbre und eine beeindruckende Bühnenpräsenz [...]. Eine grandiose Aufführung, bei welcher sich einmal mehr alles auf der Bühne versammelt hatte, was in Lübeck gesanglich Rang und Namen hat. Es ist immer wieder beeindruckend, wie es möglich ist, ganz überwiegend alle Rollen, auch die der Hauptpartien, mit hauseigenem Ensemble zu besetzen.«

(Ihr Opernratgeber)

 

 

 

»Nichts lenkte vom Handeln der Personen ab und von der mitreißenden Musik. [...] Wioletta Hebrowska, in Lübeck bereits in mehreren Hosenrollen zu erleben, glänzte in der Titelrolle mit traumhaft sicheren Koloraturen. Wunderbar, wie sich das runde und warme Timbre ihrer Stimme im Duett mit Ginevra verband. Evmorfia Metaxaki sang diese Partie ebenso sicher, war mit ihrer helleren Farbe eine großartige Partnerin, auch im Spiel. [...] Andrea Stadel beherrschte ebenfalls alle Register barocker Manieren. Wie sie als Dalinda ihre furiose Verzweiflung gestaltete, nahm den Atem, auch sie eine ausdrucksvolle Schauspielerin. Das kann ähnlich für den einzigen Gast dieser Aufführung gelten, für Romina Boscolo. Sie hatte vor zwei Jahren in Lübeck der Fürstin in Puccinis „Suor Angelica" ihre Stimme gegeben, fügte sich in das Ensemble nahtlos ein und verblüffte wieder mit enormem Ambitus von profunder Tiefe bis zu hohen und behänden Koloraturen. Der Tenor Daniel Jenz überraschte [...] als Lurcanio mit einer großen Leistung. Seine Stimme zeigte Glanz und Festigkeit und meisterte das barocke Ausdruckswesen grandios. [...] Lübecks Inszenierung war dank seiner Sänger, eines lebendigen [...] Orchesterklangs und einer stimmigen Regie von mitreißender Wirkung. Sie zeigte, dass eine Barockoper durchaus in ihrer Aussage fesseln kann, wenn das, was bis heute gültig ist, so geschickt herausgestellt wird.«

(unser Lübeck)

 

 

 

»Bei der Aufführung im Großen Haus stimmt alles, Bühne, Regie und Musik. [...] Wioletta Hebrowska in der Hosenrolle des Ariodante glänzte in rasanten Koloraturen und lyrischen Partien, verkörperte die Titelpartie zupackend und vielschichtig. Evmorfia Metaxaki ist die leidgeprüfte Ginevra, mit darstellerisch reicher Diktion und subtil geführtem Sopran, der weit ausschwingt und sich auch im Duett mit Ariodante bestechend entfaltet. Als Dalinda zeichnet Emma McNairy Facetten der Verzweiflung, stimmlich furios. Romina Boscolo fasziniert in der Rolle des Polinesso durch den Riesenumfang ihrer gewaltigen Altstimme, durch breite Ausdruckspalette und nachdrückliche Bühnenpräsenz - der Widerschein aller Aspekte des Bösen. Daniel Jenz, sprunghafter Lurcanio, bringt seinen glänzenden Tenor ins Spiel. Als König bewährt sich profund Seokhoon Moon, den Odoardo gibt der kultivierte Tenor Hyungseok Lee. Qualitätvoll fügt sich der Chor des Theaters ins Bild, Einstudierung Jan-Michael Krüger. [...] Mit dem Orchester uns seinen modernen Instrumenten entwickelt er einen impulsiven Klangfluss, der manche Erkenntnisse der Originalklangästhetik einschließt. Sehr schön wirken die lyrischen Episoden, die Solopartien.«

(Lübeckische Blätter)

 

 

 

»Sieht man »Ariodante« als einen dramaturgischen Vorläufer und älteres Geschwisterkind des Mozartschen und da Ponteschen Experimentierkastens und setzt das entsprechend um, lassen sich hinter all den Formalismen tatsächlich lebendige Charaktere erahnen, deren Entwicklung auch einen heutigen Zuschauer interessieren kann. Und genau das macht Regisseur Wolf Widder in seiner Lübecker Inszenierung - von Anbeginn wird jede Note bespielt. Mit dem ersten Ouvertürenton reißt der Vorhang auf, das unter dem überaus feingesponnenen Dirigat von Andreas Wolf stehende Lübecker Orchester kitzelt von Anfang die allerschönsten Farben aus der Partitur und auf der Bühne ist Bewegung, Spiel und Tanz. [...]Evmorfia Metaxaki hat in ihrer Rolle einen der ganzen starken Auftritte in ihrer an Höhepunkten gewiss nicht armen Lübecker Karriere, Wioletta Hebrowska, die ewig Spielverliebte, setzt das Bravourstück dieses Werkes, »Scherza infida« in einer sängerisch nahezu unmöglichen Position um, am Boden liegend, den Kopf in der Armbeuge - trotzdem und gerade deswegen ein Augenblick anrührender und geradezu atemberaubender Expressivität. In ihrer schneidenden Stimmführung brillant und der alle Chargenknöpfe drückenden Überzeichnung der Schurkenpartie Polinesso ist auch die Gastaltistin Romina Boscolo ein echter Gewinn für diesen Abend.«

(Hamburg Feuilleton)