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»[...] Ayham Obed [...] kommt aus Damaskus. [...] Fawad Hotak lebte in Afghanistan. [...] Efrem Tesfay aus Eritrea hat Fremdsprachen studiert. ›In meiner Heimat wäre ich heute tot.‹ [...] Sie spielen ›Ich packe meinen Koffer‹ und stopfen hinein: Hose, Hemd... Steuerbescheid... Träume... Gewalt. [...] Auf der Bühne kommen auch zwei deutsche Zeitgenossen zu Wort: Frieda Stahmer gibt die gut(situiert)e Ehrenamtliche, [...] [u]nd Kai Kloss einen arbeitslosen Weltenbummler. [...] Die Theaterpädagogen Stahmer und Kloss haben die Szenen mit den Flüchtlingen inszeniert. Parallel dazu hat Regisseur Knut Winkmann Schleswig-Holsteiner interviewt und ihre Aussagen gefilmt. Dieses Doppel-Projekt gibt die vielen verschiedenen Aspekte von Flucht, Vertreibung, Hoffen und Angst eindrucksvoll wieder, ohne fertige Lösungen zu präsentieren. Dafür zahlreiche Denkanstöße. Und einen Nenner, auf den die drei Flüchtlinge am Ende alles Gesagte bringen: ›Wir wollen einfach nur leben.‹«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Wer die Aufführung sieht, merkt sehr schnell, dass diese Art der Doppelpremiere eine gute Idee war. Es gibt einen Austausch möglichst vieler Argumente. Die aktuelle Problematik wird nicht nur angesprochen. Urteile und Vorurteile werden fast gleichzeitig geliefert und helfen dabei, den eigenen Standpunkt zu überprüfen oder zu finden. [...] ›Was ist Heimat?‹ wurde gefragt. [...] Willkommenskultur 1945? Fehlanzeige. Wer Lübecks Geschichte der Nachkriegszeit kennt, weiß, dass es 37 Flüchtlingslager gab, die erst Jahre nach Flucht und Vertreibung nach und nach aufgelöst wurden. Kann man das miteinander vergleichen? [...] Es blieb und bleibt genügend Diskussionsstoff. Anregungen bietet die Doppelpremiere aus den Einzelteilen ›Fremd bin ich eingezogen‹ (1945) und ›Wir sind hier!‹ (2016) in Hülle und Fülle.«

(HL-live)

 

  

 

»Das Theater Lübeck hat dem Verlassen und Ankommen mit dem Bürgerbühnen-Projekt ›Finding a place‹ eine Festivalwoche gewidmet und das Thema aus der Anonymität geholt. Und ganz nebenbei: Wer glaubte, dass Bürgerbühne und ästhetischer Mehrwert kaum Berührungspunkte haben dürften, sah sich schon beim Auftakt zur Festivalwoche eines Besseren belehrt: Die Doppelpremiere ›Wir sind hier‹ und ›Fremd bin ich eingezogen‹ war packender als manches Werk der Hochkultur. [...] Die Berichte von verzweifelten Eltern, Schiffsuntergängen, Toten, eisigen Temperaturen und dem, was man zurücklassen musste, sind tief bewegend und ziehen zugleich den Schleier der Anonymität von dem, was die jungen Männer [...] zu berichten haben. [...] Dass sich am Ende die Darsteller und Anwesenden der von Winkmann für ›Fremd bin ich eingezogen‹ Interviewten gegenseitig Beifall spenden, gehört zu den bewegendsten Momenten des Abends.«

(Lübeckische Blätter)