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Tod in Venedig

»›Tod in Venedig‹ nach der Novelle von Thomas Mann am Theater Lübeck mitreißend inszeniert. [...] Eine schillernde Schar, auf die Aschenbach trifft, sowie das Personal, das ihn in seinem Hotel am Strand von Venedig umgibt, treiben die Geschichte voran: Matthias Hermann unter anderem als Hotelmanager, Nadine Boske als Zimmermädchen, Will Workman als Kellner, Katrin Hauptmann als Hausdame. Für noch mehr Farbe sorgt Robert Brandt als greiser Geck und als Figaro, der Aschenbach die ergrauten Haare färbt. [...] Andreas Hutzel führt als Gustav Aschenbach die Entwürdigung vor Augend, die mit der unerfüllten Liebe zu dem Knaben Tadzio unaufhaltsam voranschreitet. [...] Andreas Hutzel brilliert in dieser Rolle. Ihm gelingt es, Aschenbachs Glühen, seine Zerrissenheit, Zweifel, seinen inneren Kampf und schließlich seine Kapitulation unter Wahrung seiner Würde zu zeigen. [...] Dem Premierenpublikum gefiel diese mitreißende Inszenierung, an der alles stimmte: Das schlichte, aber sehr effektvolle Bühnenbild von Heinz Hauser, die eleganten Kostüme von Angelika Lenz, die Musik aus der Zeit des Fin de Siècle vn Willy Daum, Edgar Herzog und Peter Imig fügen sich zu einem großen Ganzen.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Es ist ein heikles Unterfangen, dieser deskriptiven Exkursion ins Innere der Gefühle einen dramatischen Impuls zu geben. Wallner visualisiert die Illusion behutsam aus dem Text heraus [...]. [...] man muss sich einlassen auf das der Vorlage völlig entsprechende Tempo moderato, auf ihre Melancholie, die morbide Atmosphäre. Dann erfährt man [...] viel über die Sehnsucht des Menschen wie über die Leere in ihm, wenn er hyperaktiv wird. [...] eine eindringliche Aufführung, die [...] starken Beifall des großen alten wie auch jungen Publikums erhielt. [...] Sein [Andreas Hutzel] Aschenbach ist genau das, was ein ›Held der Schwäche‹ genannt wird: Er ist die Verkörperung eines Schwarmgeistes zwischen Wankelmut und Verunsicherung, schon im Ankommen zeigt er die Flucht, im Notieren der Begegnung die Vergeblichkeit des Begehrens. Sein Wesen bricht sich an der Umgebung umso mehr, als Wallner sie - jeweils in Mehrfach-Rollen - leicht karikiert. Vor allem als Salondame macht Katrin Hauptmann beste Figur und betört mit lupenreiner Gesangsstimme. [...] Robert Brandt zappelt den greisen Geck grimassierend über die Bühne. Will Workman macht Kabinettstücke der Komik aus einem Kellner wie aus dem Schwimmer auf dem Trockenen. [...] Thomas-Mann-Puristen mögen sich nicht mit allem in Wallners Sichtweise befreunden. Sie können ihm aber nicht absprechen, dass er für ›Tod in Venedig‹ einen Zugang auf der Bühne gefunden hat.«

(GüZ/Lübecker Stadtzeitung)

 

 

 

»Wallner sieht die Geschichte des alternden Schriftstellers Gustav Aschenbach und des polnischen Jungen Tadzio (den es übrigens wirklich gab, genau wie den Besuch Thomas Manns in Venedig) nicht allein durch die Brille des Dichters. Er lässt das Personal rundherum miterleben und mit erzählen: [...]. Willy Daum schrieb für sich und seine Combo eine eingängige Bühnenmusik, die durchaus zur Dichte mancher Szene beiträgt. Bühnenbildner Heinz Hauser spielt mit Projektionen auf mehreren Gazevorhängen. [...] Die Gaze schafft Distanz zum Geschehen, unterstreicht die Künstlichkeit der Sprache. Angelika Lenz belässt die Kostüme in der Zeit der Novelle vom Jahre 1912, mit ein paar schrillen Zusatzelementen bei den Frisuren der Damen. Andreas Hutzel als Aschenbach liefert einmal mehr eine eindrückliche Studie, ein bisschen abgehoben, wie der Meister aus der Mengstraße es wohl auch war. Die innere Zerrissenheit der Figur wird überaus deutlich. [...] Matthias Hermann wechselt zwischen Hotelchef, falsettierendem Tenor und Coiffeur. Insbesondere der Friseur sitzt haargenau. Nadine Boske gibt die Zimmerzofe und anderes in stiller Karikatur, während Robert Brandt überziehen darf: vom greisen Gecken bis zum tuntigen Liftboy. Auch Will Workman darf auftrumpfen, als Gondoliere, Kellner und Buffo. Katrin Hauptmann entfaltet ihre Talente als Hausdame. Phillip Gutberlet war der Tadzio in der Premiere. [...] mit Spiel und Geste ist er gut dabei. Nataliya Konoshchenko als polnische Gräfin, Martha Pritzkuleit als Schwester und Helga Freyer als Erzieherin runden das Bild ab.«

(HL-live)