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The Fairy Queen

»Das Regieteam lässt ›The Fairy Queen‹ in drei Zeitebenen mit drei Personengruppen spielen. [...]. Im Schauspiel agieren Barockmenschen aus Purcells Zeit, die Elfen, der Chor und Tänzerinnen sind Fabelwesen. Verschwinden einmal die Museumswände und Türen im Bühnenhimmel, öffnet sich eine wunderbar poetische Welt, freilich mit den Shakespeare-typischen derben Brechungen. Über drei Stunden hält sich eine Magie, die einen am Ende restlos glücklich aus dem Theater gehen lässt. [...]. Der Chor, die Fantasiewesen, in einer Kreuzung aus Punks, Ninjas und Indianer, stimmen mit ein und ziehen ganz leise den Vorhang zu, legen den Finger an den Mund, damit das hohe Paar ja nicht gestört wird. So viel poetische Zärtlichkeit erlebt man selten und es gab noch mehr solche zauberhaften Momente. Das Regieteam entwickelte bei diesem durchaus verwirrenden Stück einen klaren Erzählstrang mit einleuchtender Profilierung der Figuren und einem ungeheuer quirligen szenischen Spiel. Dabei faszinierte das Gespür für die Balance der Mittel. Die feinen poetischen Momente fingen manch recht derbes Geschrei auf, sei es der verwirrten Liebenden, sei es von Strippenzieher Puck. Charlotte Irene Thompson konnte hier alle schauspielerisch, sportiven und stimmlichen Register ziehen, was ihr fantastisch gelang. Als Puck hatte sie auch eine charmant koboldhafte Gesangseinlage. Der Elfenchor, die solistischen Sänger und die Tänzerinnen kommentieren singend und choreografisch mal verstärkend, mal kontrastierend die Gefühle der Schauspieler mit großer Sensibilität. Sie schlüpfen hier nicht in eine konkrete Rolle, sondern übernehmen mal diese oder jene Partie, die einer allegorischen Figur. Sie sind Geist oder Nacht oder auch mal eine Gottheit. Am stärksten beeindruckten hier die beiden Sopranistinnen Andrea Stadel und Evmorfia Metaxaki. [...]. Das philharmonische Orchester Lübeck und Dirigent Andreas Wolf empfahlen sich mit einer nicht nur achtbaren sondern interpretatorisch spieltechnisch und vor allem stilistisch sehr guten Leistung. Szenisch schauspielerisch und musikalisch ist dem Theater Lübeck mit Purcells ›The Fairy Queen‹ ein echtes Gesamtkunstwerk gelungen.«

(Deutschlandfunk)

 

 

 

»So viel war lange nicht mehr los auf der Bühne des Großen Hauses. Henry Purcells Semi-Oper ›The Fairy Queen‹, die auf Shakespeares ›Sommernachtstraum‹ basiert, entwickelte sich in der Regie von Tom Ryser zu einem echten Spektakel - zu einem barocken ›Musical‹, könnte man fast sagen. [...]. Kapellmeister Andreas Wolf setzte das mit seinem klein besetzen, aber groß aufspielenden Orchester vorzüglich um. Mit schnellen Tempi sorgte er für Rasanz und schmissige Klänge. Für die Philharmoniker, die nur selten barocke Musik spielen, war das eine herausragende Leistung. [...]. Wie das Regie-Team um Tom Ryser hier die Genres Oper, Ballett und Schauspiel zu einem Gesamtkunstwerk montiert hat, ist einfach ganz fabelhaft. [...]. Sehenswert ist diese Produktion schon allein wegen der Ausstattung von Stefan Rieckhoff. [...]. Eine wahre Wunderwelt hat Rieckhoff geschaffen, mit fliegenden Ruderbooten und überraschenden Effekten. Wahrhaft barockes Theater. Regisseur Tom Ryser lässt ›The Fairy Queen‹ auf zwei Ebenen spielen, durch die Szenen führt ein mitreißender Puck - Darstellerin Charlotte Irene Thompson wurde am Schluss frenetisch bejubelt. Zusammen mit der Choreografin Lilian Stillwell ist es Ryser gelungen, Shakespeare in der Purcell-Version spannend und unterhaltsam auf die Bühne zu bringen. [...]. Auch gesanglich war dieser Abend großartig. Die Sopranistinnen Andrea Stadel und Evmorfia Metaxaki , Mezzo Inga Schäfer, Tenor Daniel Jenz und Bass Johan Hyunbong Choi sangen blitzsaubere Koloraturen - sie alle haben Erfahrung mit Barockmusik, ihr Umgang mit den Klängen aus dem späten 17. Jahrhundert war herausragend. [...]. Mit viel Spaß bei der Sache war auch der von Joseph Feigl einstudierte Chor, der ebenso gut sang wie spielte. [...]. Ein interessanter Ausflug in die Welt der frühen britischen Oper - Operndirektorin Dr. Katharina Kost-Tolmein kann sich in ihrem Konzept bestätigt sehen.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Ganzer Erfolg für eine Semi-Oper: Oper, Schauspiel, Ballett - das alles verbindet die sogenannte Semi-Oper ›The Fairy Queen‹ von Henry Purcell. Lange vergessen war sie. Jetzt ist sie dabei, das Lübecker Publikum zu erobern. [...]. An phantasievollen Szenen fehlt es auch der Lübecker Einstudierung von Tom Ryser nicht. Der Schweizer Regisseur stellt zwei Welten auf die Bühne, ein ›reales Geschehen‹ bei Tageslicht und die Welt der Elfen und Naturgeister im nächtlichen Wald. Beide Welten berühren sich nicht nur, sie vermengen und vermischen sich. Unter den Elfen sind zehn Kinder, schwarz gekleidet, und auch die erwachsenen Geister, die im Wald ihr Wesen oder Unwesen treiben, stecken in dunklen Kostümen. [...]. Tränen, Wut, Enttäuschung, Verzweiflung, Liebesschmerz - alles wird deutlich ausgespielt. [...]. Das verschlankte Orchester spielt unter der Leitung von Kapellmeister Andreas Wolf schmissig, schwungvoll, rhythmisch sehr deutlich akzentuierend. Das hat insbesondere in schnellen Partien Biss und mitreißenden Drive. Die Arien werden in der Semi-Oper in aller Regel nicht von den Hauptdarstellern gesungen, sondern von kommentierenden Mitstreitern. Sie schlagen sich hervorragend, bringen die barocken Verzierungen glänzend über die Rampe. [...]. Ausstatter Stefan Rieckhoff verändert die Bühne immer mal wieder durch leicht zu verschiebende Versatzstücke und versenkbare Bodenteile. Das Licht hilft ebenso wie die Musik, romantische Stimmungsmomente zu erzeugen. Bei der Premiere gab es nach drei Stunden frenetischen Beifall.«

(HL-live)

 

 

 

»Schauspiel, Tanz, Pantomime, Musiktheater - alle Bühnenkünste vereinigt Henry Purcell in ›The Fairy Queen‹. Dass diese Semi-Oper von 1692 auch heute herrlich unterhalten kann, zeigt Regisseur Tom Ryser in seiner bei der Premiere bejubelten Inszenierung im Großen Haus in Lübeck. [...]. Es kommt darauf an, was beim Publikum ankommt. Das weiß auch Ryser, der Tempo macht bei den Liebeswirren der Jugend, Oberon und Puck mit süffisanter Ironie spickt und den auf zwei geschrumpften Handwerkertrupp die vieldeutige Rahmenhandlung schaffen lässt. [...]. So ist ›The Fairy Queen‹ nur zu Hälfte Oper und verlangt die Rückbesinnung auf alte Praktiken. Die beherrschen Andreas Wolf am Pult mit Übersicht und klarem Zugriff sowie die kleinbesetzten und barockgestimmten Lübecker Philharmoniker erstaunlich gut. [...]. Daher können sich die Sänger voll auf im Opernbetrieb heute nicht oft geforderte Aufgaben konzentrieren, die sehr auf die Mechanik der Koloraturen setzen. Erfreulich sicher kullern darin die hellen Soprane von Andrea Stadel und Evmorfia Metaxaki, noch überzeugender der Tenor von Daniel Jenz, beeindruckend der Bass von Johan-Hyunbong Choi, gut geführt der Mezzo von Inga Schäfer. Und der von Joseph Feigl einstudierte Chor hat weder Schwierigkeiten mit den meist reinen Harmonien noch auf der Szene. Stefan Rieckhoff schafft mit wenig Mitteln und variablem Licht (Falk Hampel) einen weiten Raum der Illusionen und vertraut der Charakterisierungskraft der Kostüme. [...]. Das verbindende Element des total kunstvollen und heiteren Ereignisses ist Lillian Stillwells moderne Choreographie mit Lara Eva Hahnel, Angela Kecinski und Wirbelwind Szu-Wei Wu. Wenn nach drei Stunden alle einen ausgelassenen ›Ende gut, alles gut‹-Reigen tanzen, hat das Publikum einen ungewöhnlichen Abend erlebt.«

(Kieler Nachrichten)

 

 

 

»Der Schweizer Regisseur Tom Ryser hat dem Stück, das auf der Basis von Shakespeares ›Sommernachtstraum‹ angelegt ist, turbulentes Treiben verordnet. Er bringt ein großes Barockspektakel auf die Bühne. [...]. Andreas Sigrist als Zettel vertreibt jede Müdigkeit. Mit seiner enormen Vielseitigkeit kann er begeistern. [...]. Dieses Stück lebt von Emotionen und reißt mit. Charlotte Puder als Titania und Till Bauer in der Rolle des Oberon geben in ihrer Darstellung alles. Charlotte Puder hebt sich mit ihrer klaren Diktion erheblich von den anderen SchauspielerInnen [...] erfreulich ab. Puck wirbelt über die Bühne, als gehe es um Leben und Tod. Herrlich vulgär und begabt füllt Charlotte Irene Thompson ihre Rolle als Puck aus. Außerdem brillieren die Soprane Andrea Stadel, Evmorfia Metaxaki, der Mezzo Inga Schäfer, Daniel Jenz im vielfältigen Einsatz mit seinem ansprechenden Tenor und Johan Hyunbong Choi mit seinem beachtenswerten Bass. [...]. Aber den Erflog dieser wunderbaren Aufführung dürfen sich Andreas Wolf, der die musikalische Leitung hat und das Philharmonische Orchester zu Bestleistungen animiert [...], Stefan Rieckhoff, der bezaubernde Kostüme konzipierte und der spielfreudige Chor unter Joseph Feigl auf die Fahne schreiben. Tom Ryser und Stefan Rieckhoff pflücken die Zauberblume und verwandeln die Bühne in ein Märchenland. Sie dürfen sich auf die Schulter klopfen: Mit Wolfs Dirigat und den mitreißenden Protagonisten ist ihnen ein großer Wurf gelungen.«

(Unser Lübeck)

 

 

 

»Ein Hier und Jetzt in einem Museum, in dem zwei vertrottelte Wärter ihr Spiel treiben, führt zu einem rasanten Weltenbummel. So finden sich Zuschauer wie Protagonisten mal in dieser, mal in jener Zeitsituation wieder. Der Schweizer Tom Ryser liebt die Bühnenmelange. Von allem, von Oper bis Zirkus, von Tanz bis Kabarett hat auch sein Debut in Lübeck etwas. [...]. Das in einen Fluss zu bringen gelang Ryser sehr gewitzt und im zumeist gut kalkulierten Wechsel der Kontraste. Stefan Rieckhoff hatte ihm einen leichten, schnell sich ändernden Rahmen gestaltet. [...]. Einen ebensolchen Stilmix hatte sich die Amerikanerin Lillian Stillwell für ihre Choreografien erdacht. Geformte Reigentänze musste der Chor leisten und tat es in bewundernswerter Manier. Akrobatische Tanzfiguren mit Anlehnungen an den japanischen Ninja-Kampfsport führten drei Tänzerinnen aus (Lara Eva Hahnel, Angela Kecinski und Szu-Wie Wu), auch sonst sorgsam ins Gefüge gesetzt. Die vielfältige Statisterie, darunter eine Schar quicklebendiger Kinder, wirbelte munter umher und gab der Bühne Fülle. Purcells Musik überwältigt Ohr und Herz. Und Lübecks Orchester tat das ebenfalls. Es fand sich unter der Leitung von Andreas Wolf wunderbar leicht in die für ein klassisches Sinfonieorchester ungewohnte barocke Spielweise mit ihrem Wechsel zwischen höfischem Pomp und gefällig gepflegter Unterhaltung. Die Gesangssolisten, allen voran Andrea Stadel und Evmorfia Metaxaki, schmeichelten mit Purcells wunderbarem Stilmix von italienischem Koloraturen-Gepränge bis hin zu elegischem Tiefsinn (›If love's a sweet passion‹). Inga Schäfer, Daniel Jenz und Johan Hyunbong Choi standen nicht nach, auch sie erstaunlich stilsicher im wenig geübten Fach. Selbst der Chor, sonst im schweren Wagner- oder Verdi-Klang trainiert, überraschte mit leichter, flexibler Intonation und dynamischer Breite.«

(neue musikzeitung)

 

 

 

»Ein prächtiges Bild der Liebesszene zwischen Titania und dem eselsköpfigen Tölpel schmückt die Wand, deren große Fenster sich in den Garten öffnen, von wo die Zaubernacht hereinbricht - als Zettels Traum. Das Museumsinterieur verschwindet, die Wärter werden zu Handwerkern, die sich später in einem Theaterstück auf dem Theater abmühen. Zettel fällt in die Arme der vom Zaubersaft behexten Titania. All die anderen Gestalten der verrückten Nacht tauchen auf, die Henry Purcells ›The Fairy Queen‹ bevölkern, das am 27. Februar im Großen Haus eine hinreißende Premiere erlebte. Regisseur Tom Ryser hat eine Rahmengeschichte erdacht, ein temporeiches Bühnenspektakel. [...]. Türrahmen markieren die Schnittstelle zwischen Realität und Illusion, mit einem Bühnenhintergrund in changierenden Farben von lichtorange bis dunkelviolett (Licht: Frank Hampel). Prächtige Barrockkostüme neben dem Schlabberlook der Liebespaare und bizarrem Geisteroutfit, wild gestylte Frisuren und Allongeperücken, ein schwebender Irrgarten der Kronleuchter - von Stefan Rieckhoff stammt die originelle Ausstattung mit Anklängen an Punks, Indianer und Ninjas. Lillian Stillwells Choreographie bringt höfisch inspirierten Tanz und Elfen-Rap zusammen, sie dirigiert das riesige Ensemble und die Supertänzerinnen Lara Eva Hahnel, Angela Kecinski und Szu-Wei Wu. Ganz auf Barock hat Andreas Wolf die Philharmoniker getrimmt, die mit Bordmitteln den Originalklang treffen. Da brausen mit Blechglanz die repräsentativen Episoden auf, schlank und agil, rühren musikalische Rhetorik, Emotionen und Lamentointensität. Natürlich legt der Erste Kapellmeister besonderes Gewicht auf die wunder tiefsinnigen Arien. [...]. Die Sopranistinnen Andrea Stadel und Evmorfia Metaxaki, Inga Schäfer (Mezzo), der Tenor Daniel Jenz und Johan Hyunbong Choi (Bass) singen fulminant. Und ebenso stilsicher wie animiert bewegt sich der von Joseph Feigl einstudierte Chor im ungewohnten Metier. Auf der Schauspielerseite beherrscht Charlotte Irene Thompson als Puck raumgreifend die Bühne, die dem laxen Oberon Till Bauer assistiert. Charlotte Puder spielt vielschichtig die Titania, Andreas Sigrist (Zettel) und Steffen Kubach (Squenz) räsonieren ulkig und bestehen unglaubliche Abenteuer. [...]. Die Barockoper als Gesamtkunstwerk fordert einen immensen spartenübergreifenden Einsatz im Ensemble. Und eine gehörige Vertrautheit in dem speziellen Genre, was die Beteiligten in der einhellig umjubelten Premiere exzellent einlösten.«

(Lübeckische Blätter)

 

 

 

»In dieser Hybrid-Produktion prallen die drei großen Bühnenformen Gesang, Schauspiel und Tanz im Großen Haus aufeinander und heraus kommt ein Abend, der fasziniert. Die Talente aus alten Zeiten verheißen Qualität, jedoch auch die junge Besetzung hat es in sich: In allen Sparten sind Profis am Werk: Die Lübecker Philharmoniker, Ensemblesolisten und der Opernchor des Theater Lübeck musizieren, die Shakespeare-Figuren werden von Profischauspielern dargestellt und auch die drei Tänzerinnen beeindrucken mit akrobatischen Fähigkeiten. Und doch verschmilzt alles ineinander, keine Kunstform wird als die wichtigste herausgestellt, alle Darsteller beweisen, dass sie nicht monobegabt sind und die Abwechslung zwischen Sprechtext und Musik wirkt harmonisch. Es ist sogar möglich, dass Charlotte Irene Thompson, die den Publikumsliebling Puck spielt, eine der Arien im Stile moderner Popmusik singt - und es trotzdem passt! Übrigens ist auch Steffen Kubach mittendrin. Der Bariton gibt schon seit Jahren jeder noch so kleinen Gesangspartie viel schauspielerisches Leben und es ist nicht erstaunlich, dass er maßgeblich an einer der lustigsten Szene beteiligt ist. Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, dass Oper und Schauspiel sich eben doch nicht ausschließen müssen.«

(Ultimo)

 

 

 

»Eine jener Entdeckungen ist gewiss auch die aktuell auf den Spielplan gesetzte »Fairy Queen«, Henry Purcells Bühnenwerk aus den Anfangstagen der Gattung Oper. [...]. Stück wie Oper haben einen Hang zum Dekorativen und Opulenten, es ist alles drin und dran, was zum Theater (auch im weiteren Sinne) gehört, der Saft der Bühnenkunst trieft sozusagen vom Tellerrand. Folgerichtig sieht man hier auch Fluggeschirr und Lichterzauber, hört große, krachende Tutti aus dem Graben und zirpende Lautenklänge auf der Bühne, ergötzt sich am derben Spiel und todtraurigen Arien. [...] Titania und ihre vielen großen und kleinen Gesellinnen sind in viktorianisch-zerlumpte Steampunk-Kleider gehüllt, [...]. An dieser Stelle zeigt sich dann nebenbei auch, wie nah der Regisseur Ryser trotz der Modernisierungen an der ursprünglichen Aufführungspraxis der Vermischung von Spiel, Gesang und Tanz ist - zum Elfengefolge gehören drei Tänzerinnen (Lara Eva Hahnel, Angela Kecinski und die enorm präsente Szu-Wei Wu), die mehr beherrschen als nur die Grundpositionen aus Karate und Jiu-Jitsu, ihre von Lillian Stillwell verantworteten Choreographien nehmen diese und andere Elemente auf eleganteste Weise auf. Auf wundersame Weise natürlich erscheint einem die Spartenvermischung, keine aufgepfropften Ideen, sondern folgerichtige Weiterentwicklung einer Tradition ohne blöde Effekthascherei. [...]. An dieser Stelle wird erneut deutlich, wie sehr die Gattungen Schauspiel und Gesang einander ergänzen können, das stumme Spiel und der sich vom Irdischen lösende Gesang erweitern die Bedeutungs- und Interpretationsebene der Bühnenhandlung. [...] Musikalisch steht alles zum Besten, der Musikalische Leiter Andreas Wolf leitet das Orchester dezent an und um die Klippen der alten Musik herum. Laute und Theorbe sitzen im Graben und dürfen später im Stück auf die Bühne, eine reizende Szene, auch hier gilt das Miteinander des Ensembles. Und auch die rollenspezifisch aufgedrehte Puck-Figur - Charlotte Irene Thompson, die die Rampensau geben darf, und das zum höchsten Vergnügen aller. In der ebenso subventionierten »Provinz« blüht es, und das nicht zu knapp, wie man an diesem Beispiel sehen mag.«

(Hamburger Feuilleton)