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Don Giovanni
»Nach einem schändlichen Leiden wächst der Übermut, der trotz allem heimlich weiterbesteht, von Neuem, wächst zuerst ganz langsam, dann plötzlich, jählings, er blendet mich und stürzt mich in ein Glücksgefühl, das sich wider alle Vernunft behauptet.«
Georges Bataille: Das Blau des Himmels


»Viva la libertà« (Szene 20 AktI, T384-403) proklamiert der Titelheld in der klassischen Don-Juan-Geschichte, die auf den Bühnen der Welt heute am häufigsten in Wolfgang Amadeus Mozarts Dramma giocoso »Il dissoluto punito ossia Don Giovanni« in Erscheinung tritt. Don Giovanni weckt die Emotionen vor allem der Frauen, hinterfragt ihre Lebenskonzepte und weckt ihr Gefühl für die eigenen Gefühle, denen zu folgen konsequent wäre, denen nicht zu folgen, sie aber in die Hölle bringt. Aber wer kann sich schon leisten, ganz frei zu leben gegen jede Norm und Gesellschaftsform, die ja ein Zusammenleben von Menschen ermöglichen muss.

Donna Elvira, diese sehr gebildete und weltgewandte Frau, sei verrückt, erklärt Don Giovanni immer wieder im Laufe des Stückes. Diesen Don Giovanni gibt es nicht, er existiert in der Vorstellung von Donna Elvira und ist das Wesen all ihrer geheimen Wünsche. Sie ist liebeskrank und durchlebt immer wieder ihr Trauma, das, die wie ein Dämon in ihr wohnt. Wie auf ihr eigenes Leben blickt sie in Form dieser drei Frauen: Anna, die sich von den Zwängen des durch den Vater und den Verlobten vorprogrammierten Lebens befreien möchte und Zerlina, die kurz vor ihrer Hochzeit steht und in Zweifel gerät.

Don Giovanni ist ein Prinzip, die bedingungslose Freiheit, die Radikalität von Sehnsüchten, und Wünschen, die freilich sowohl höchstes Vergnügen bereiten, aber auch Angst machen.

In seiner Oper lässt Mozart wie immer in seiner Musik tief in die Seelen der Menschen blicken.

Seine Uraufführung erlebte »Don Giovanni« als zweite der drei Mozart-Opern nach Libretti von Lorenzo Da Ponte 1787 mit großem Erfolg in Prag. Bis heute gehört sie als »Oper aller Opern«, wie sie E. T. A. Hoffmann in romantischer Überhöhung bezeichnete, zu den beliebtesten Werken der Opernliteratur überhaupt, die regelmäßige Wiederbelebung sowie stets erneute Interpretation verlangen.


Foto © Olaf Malzahn


Wiederaufnahme
25/10/19

Großes Haus
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Dauer ca. 3 Stunden, 15 Minuten (eine Pause)

Musikalische Leitung Andreas Wolf
Inszenierung Martina Veh
Bühne Momme Hinrichs (fettFilm)
Kostüme Julia Katharina Berndt
Video fettFilm (Torge Møller/Momme Hinrichs)
Licht Kevin Sock
Chor Jan-Michael Krüger
Dramaturgie Dr. Katharina Kost-Tolmein