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»Drei Mal umfasst der Ritter die Dame
Mit starken Armen, und dreimal auch
Entwindet sie sich seinem festen Griff,
Griff eines grimmigen Feindes,
Nicht des Geliebten.«
Zwei Ritter kämpfen erbittert bis zum Tod. Ein Dritter schaut zu und erklärt, was wirklich passiert: Einer der beiden ist die Sarazenin Clorinda in voller Rüstung, der andere der Kreuzritter Tancredi, der Clorinda eigentlich liebt. Claudio Monteverdi schrieb Musikgeschichte mit diesem außergewöhnlichen Stück: In »Il combattimento di Tancredi e Clorinda« nach Torquato Tassos berühmtem Kreuzfahrerepos »Das befreite Jerusalem« schilderten Streichinstrumente mit schnellen Tonwiederholungen und Pizzicatospiel erstmals menschliche Erregungen so anschaulich, dass das Uraufführungspublikum 1623 im venezianischen Palazzo Mocenigo zu Tränen gerührt war. Monteverdis »dramatisches Madrigal« bildet den ersten Teil eines Abends, der rund um die Themen Liebe, Krieg und Schicksal vor dem Hintergrund spätmittelalterlicher Stoff- und Textquellen mit musikalischen und theatralen Formen spielt: Nach dem Beginn mit dem kleinen experimentellen Stück aus der Anfangszeit der Oper folgt mit Carl Orffs »Carmina Burana« ein Werk, das ebensowenig in die gewohnten Kategorien von Oper, Oratorium oder Konzertstück passt und es doch zu Weltruhm gebracht hat. Bei der Uraufführung in Frankfurt 1937 war das Publikum angetan von der neuartigen Komposition, die sich mit gewaltigen Klangerlebnissen, als wohltuend empfundener Einfachheit und nicht zuletzt einer guten Portion Humor präsentierte. Heute ist es nicht einfach, durch die dicke Schicht von Assoziationen, die durch häufige Zweitverwendung der Musik beispielsweise zu Werbezwecken und Fragen nach der ambivalenten Stellung des Künstlers Orff in Nazi-Deutschland entstanden ist, noch zur Ursprünglichkeit der Musik durchzudringen. Der Einstieg über Monteverdi mag helfen, frisch und unbelastet auch auf Orff zu hören, der den italienischen Vater der Oper immerhin selbst zu Anfang seiner »Carmina« zitiert.



Gastspiel in der Laeiszhalle Hamburg

Carmina Burana
Termin Mi, 23.05.18, 19.30 Uhr
Programm
Hector Berlioz
Ouvertüre »Römischer Karneval« op. 9
Carl Orff
Carmina Burana / Cantiones profanae für Soli, Chor und Orchester

Besetzung
Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg
Chor des Theater Lübeck
Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theater Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck
Sopran Emma McNairy
Tenor Per Håkan Precht
Bariton Johan Hyunbong Choi
Musikalische Leitung Andreas Wolf

Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg
Gut 80 Sängerinnen und Sänger gehören zu einem der renommiertesten Konzertchöre Hamburgs: dem Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor, benannt nach dem berühmtesten Bach-Sohn. Seit 1998 ist der Chor als freier Konzertchor tätig, seine Historie reicht allerdings bis in die Zeit seines Namensgebers zurück. Heute widmet er sich einem außergewöhnlich breiten Repertoire, vom Barock bis in die Moderne, vom Oratorium bis zur A-cappella-Musik. Enge Kooperationen verbinden den Chor mit den Symphonikern Hamburg und dem Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck sowie den Dirigenten Philippe Jordan, Andrey Boreyko, Jeffrey Tate und Peter Ruzicka.




Foto © Jochen Quast

Dauer 1 Stunde, 30 Minuten (keine Pause)

Musikalische Leitung Andreas Wolf
Inszenierung Tancredi/Szenische Einrichtung Carmina Burana Clara Kalus
Ausstattung Mechthild Feuerstein
Video Konrad Kästner
Chor Jan-Michael Krüger, Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Einstudierung: Gabriele Pott, Kinderchor: Gudrun Schröder
Dramaturgie Dr. Katharina Kost-Tolmein